Serie: Maslow, ganz oben.

Das Paradies liegt jenseits des Mainstreams. Kleine, feine Marken mitgut durchdachten Produkten. Dahinter steht ein begeistertes Team mit einem offenen Ohr für Sportler. Ich mag sowas! Zeit für eine kleine Serie, in der ich coole Marken und die Typen dahinter vorstelle!

Wäre ich Goscinny, würde ich mein eigenes klassisches Zitat aus Asterix abwandeln: „Die ganze Sportwelt wird von einigen wenigen großen Marken beherrscht. Die ganze? Nein, einige kleine Firmen trotzen der Übermacht…“. Nun fehlt mir Goscinnys Klasse; ein Mangel, der mich dazu nötigt, ganz profan die Mainstreamkultur der Sportartikel zu beklagen.

Beklagen? Einspruch!

Ich widerspreche mir ganz entschieden!

Es gibt nichts zu beklagen, ganz im Gegenteil: ich darf frohlocken! Denn es gibt viele kleine, feine Unternehmen auf dem Markt, die richtig coole Produkte liefern. Dass ich ein Faible dafür habe, sollte mittlerweile bekannt sein, wünschte ich mir doch jüngst erst mehr Unternehmermentalität herbei. Mir kommt es sogar vor, als gäbe es in den letzten Jahren mehr Vielfalt auf dem Markt. Es kann natürlich sein, dass ich aufmerksamer geworden bin.
Egal, ich finde es cool, wenn hinter einer Marke ein Gründer steckt. Jemand, der Idealismus und Herzblut hineinsteckt. Und, vor allem: in dessen Produkten Originalität steckt!

Produkte und Produzenten
Startups, Gründungen, Gründer, Unternehmer. Was treibt diese Leute an? In den meisten Fällen ist es die Spitze der Maslow’schen Bedüfnispyramide: Selbstverwirklichung. Es geht nicht um Geld, sondern um Ideen und um die eigene Überzeugung. Das liefert uns so interessante Schuhen wie Hoka OneOne – und den „Dealer“ dazu.
Als Sportler freue ich mich dann über Kleidung aus Merinowolle (Mainstream ist das erst, seit die großen Labels aufgewacht sind), über richtig gute Barfußschuhe von Sole Runner, und darüber, dass sich mit André Kossmann jemand in der Nähe meines Wohnortes mit Laufkleidung auf eigene Füße gestellt hat. Dabei ist es egal, ob ich die Sachen benutze, ich finde es einfach gut.
Gründern wirft man ja gerne vor, sie seien zu produktverliebt. Und in der Tat merkt man das den Produkten oft an. Zum Glück. Denn ein Idealist wird Kompromisse vermeiden, wenn er kann. Das tut dem Ergebnis meistens gut, weil der Benutzer begeistert ist, statt nur zufrieden zu sein. Nicht „OK“, sondern „WOW“!

Machen und Markt
Die „Kleinen“ haben gegenüber großen Marken den Vorteil, dass sie schnell handeln können. Statt Verwaltung, Marktanalyse und Quartalszielen herrscht Kreativität, und anstelle von hinter Kennzahlen versteckter Versagensangst finden wir Freude am unternehmerischen Risiko. Spaß am Gestalten!
Bis ein Konzept wie jenes, nach dem die Jungs von Hafervoll ihre Riegel – Verzeihung, ihre Flapjacks – herstellen, bei Nestlé durch sämtliche Gremien hindurchgenehmigt wäre, sind sie schon längst im Markt etabliert. Abgesehen davon wäre das, was sich kaufen lässt, mit der ursprünglichen Idee nur noch entfernt verwandt. Mainstream heißt nämlich in erster Linie „viel“. Und das bedeutet nicht unbedingt „gut“. Ich will die Massenproduktion nicht verdammen, es ist mir jedoch darum zu tun, auf das Quäntchen mehr an Originalität aufmerksam zu machen, welches für einen Massenmarkt kaum machbar scheint.

Authentizität
Wer meinen Blog ab und zu liest, erinnert sich vielleicht an die Kamleika Cap von OMM. Ein englischer Hersteller – Familienbetrieb. Weil OMM eben nicht nur den Hersteller erstklassiger Laufbekleidung, sondern auch den gleichnamigen Wettbewerb benennt, findet sich die Familie Williams bei den Events ein. Für uns als Läufer heißt das, wir können mit den Leuten reden, die unsere Klamotten „machen“. Mir gefällt es, wenn mir jemand erklärt, was er sich bei einem Detail an Jacke, Schuhen, Rucksack gedacht hat. Oder wie er auf den Namen für sein Baby kam: Triple2 ist nach der Nummer eines Trails am Gardasee benannt: 222. Authentischer geht’s kaum!

Die Serie
Wieso schreibe ich in meinem Laufblog über – worüber eigentlich? – über Wirtschaftsthemen? Ganz einfach: ich finde es geil wenn jemand seinen Gestaltungswillen umsetzt. Und ich finde, es lohnt sich, jenseits der Massenlabels Ausschau zu halten, und wenn’s nur deswegen ist, weil die meistens sogar die besseren Detaillösungen bieten. Ja, ich will der Herzblutfraktion Gehör verschaffen!
Als „Gearfreak“, Sympathisant jedweden Startups und Läufer schaue ich eigentlich dauernd nach ungewöhnlichen und neuen Lösungen; ich stoße immer wieder auf hochinteressante Produkte, Typen und Gründerstories.

Solche Firmen will ich in loser Folge hier vorstellen. Lasst euch überraschen!

p.s. ein Satz, der „es“ treffend beschreibt, lautet „just do it“. Der stammt von einem der Großen, ist aber wie für die Kleinen gemacht.

p.p.s.die Fragen
Damit meine Portraits einigermaßen strukturiert bleiben – und ich nichts vergesse – habe ich den Machern einige Fragen geschickt. Fragen, die meiner Meinung nach interessante Aspekte beleuchten.

Bislang habe ich diese Liste:

– Wann hast du beschlossen, dein eigenes Label zu gründen?

– Was treibt dich an? (anders ausgedrückt: warum machst du das?)

– Dein lehrreichster Fehler war….?

– Wie groß ist das Kernteam?

– Wo siehst du dich in fünf Jahren?

– Wo kann man deine Produkte kaufen?

– Was dürfen wir von euch produktseitig noch erwarten?

– Auf welchen Gebieten seid ihr besonders stark?

– Was macht dir am meisten Freude in deinem Business?

– Wie sportlich bist du selbst?

Discover New Blogs

Nominiert kommt wohl von Nomen, also dem Namen. Und wenn man einen hat, kann man benannt – nominiert – werden. Das Lauferei ist jetzt auch ein Nominierter! Discover New Blogs heißt das Spiel. Viel Spaß beim Entdecken!

Mir sind öfter schon Blogs aufgefallen, die Fragen anderer Blogger beantworten, bevor sie sie ihrerseits kettenbriefartig weiterleiten. Ich habe mich nicht näher damit befasst – bis jetzt. Als Nominierter habe ich nämlich Anlass, mir genauer anzuschauen, worum es dabei eigentlich geht. Thomas hat mich auf seinem Blog Whiteytah nominiert. Kaum zu fassen, ich fühle mich gebauchpinselt!
Nominiert heißt in dem Fall auch aktiviert, ich will ja wissen, worum es geht!

Der Sinn und Zweck des Ganzen besteht darin, Blogs bekannter zu machen. Und das Mittel dazu erinnert mich an Kettenbriefe, zu denen ich ein etwas zwiegespaltenes Verhältnis habe. Thomas schreibt selbst zu Recht, dass, wenn jeder Blogger seinerseits elf weitere Blogger erfolgreich animiert, in wenigen Wochen die gesamte Weltbevölkerung beteiligt gewesen sein wird. Aber egal, ich sehe es als witziges Spiel.

Die Regeln des Spiels

  • Verlinkt die Person, die Euch nominiert hat.
  • Beantwortet die 11 Fragen, die die Person Euch gestellt hat.
  • Sucht Euch 11 Blogger, die unter 200 Follower haben und nominiert sie.
  • Überlegt Euch selbst 11 Fragen für Eure 11 Nominierten.

Rede & Antworten, gestanden von mir
1. Was ist Dein Antrieb beim Bloggen?
Kreativität ausleben. Ich hab‘ mir irgendwann gedacht, mir platzt die Rübe vor Ideen. Der Blog ist ein Ventil dafür. Er wird nicht das einzige bleiben…

2. Welches Thema über das Du bereits gebloggt hast, hat Dich am meisten berührt?
Ich lasse mal Ereignisse weg, die mich beeindruckt haben (zum Beispiel letztes Jahr endlich den KUT zu finishen).
Richtig Spaß macht mir der Blick über den Tellerrand, bei dem ich andere Aspekte im Mantel des Sports in die Party hineinschmuggele. Sowas wie Qualität, Unternehmertum oder die Medienlandschaft.

3. Über welches Thema würdest Du gerne einmal bloggen?
Kreativität, Wissensmanagement und Innovation. Weil ich den Fokus nicht ganz aus den Augen verlieren will, muss ich dafür einen anderen Rahmen finden.

4. Worüber würdest Du nicht bloggen?
Über Dinge, die mich nicht interessieren und über solche Themen, die ich nicht breittreten will. Ich bin kein Lifeblogger. 😉

5. Welche Blogs liest Du am liebsten?
Das wechselt je nach Laune und Interesse. Ich tippe eine Handvoll ab, die mir gerade präsent sind, das dürfte die Realität halbwegs wiedergeben:
http://www.irunfar.com/
http://www.atrailrunnersblog.com/
http://www.gizmag.com
http://www.gearweare.com
http://ultraistgut.wordpress.com/
http://www.t3n.com

6. Hast Du zu den Bloggerinnen und Bloggern, deren Blogs Du besonders gerne verfolgst, über den Blog hinaus auch persönlichen Kontakt?
Nein, ich fände es aber cool, welchen zu haben.

7. Hast Du schon Erfahrung mit unqualifizierten, unpassenden oder beleidigenden Kommentaren oder Reaktionen auf Deinen Blog sammeln müssen? Wie bist Du damit umgegangen?
Bisher noch nicht.

8. Hat das Bloggen Deinen Alltag verändert?
Wenn mir irgendwelche komischen Dinge im Kopf herumspuken, kann ich sie manchmal gleich zu einem Artikel verarbeiten. Es kommt öfter vor, dass ich auf dem Heimweg vom Büro eine Idee habe, die ich auf der Fahrt weiterspinne. Zuhause brauche ich den fertigen Artikel bloß noch abtippen.
Ich bilde mir ein, dass meine Netznutzung disziplinierter geworden ist. Den Wochenrhythmus versuche ich so einigermaßen einzuhalen.

9. Ist es für Dich ok, wenn Dein Blog in anderen Blog als “Favorit” verlinkt wird, ohne dass Du vorher Dein Einverständnis gegeben hast?
Klar. Natürlich finde ich es nett, wenn jemand fragt, muss aber nicht.

10. Wie stehst Du zu Werbung in Blogbeiträgen?
Mein erster Gedanke dazu: Was ist Werbung? Wenn ich über einen Lauf schreibe, mache ich genauso Werbung für ihn wie für Laufklamotten, Schuhe, Rucksäcke etc., über die ich berichte. So richtig echte Werbeartikel, für die ich bezahlt werde, würde ich nur schreiben, wenn ich mir das Produkt selbst auch kaufen würde. Vermutlich geht es vielen Bloggern so, was mich an Empfehlungsmarketing erinnert. Bloggen als virtuelle Tupperparty!
Würde ich Banner in einen Beitrag einbinden? Nein. Irgendwo sonst auf der Seite gerne, aber nicht im Artikel.

11. Welche weitere Entwicklung wünschst Du Dir für Dein Blog?
Ich will stilistisch besser werden, den Artikeln sprachlichen Feinschliff verpassen.
Außerdem habe ich mir vorgenommen, mehr zu zeichnen.
Ach ja: möge meine Leserschaft weiter wachsen! 🙂

Die Nominierten

  1. http://ultrafrank.blog.de/
  2. http://n3rdrick.de/
  3. http://koppdaniel.wordpress.com/
  4. http://pfaelzerwaldlaeufer.blogspot.de/
  5. http://happy-body-trainingslog.blogspot.de/
  6. http://regenlaeufer.wordpress.com/
  7. http://www.marathonsammler.de/
  8. http://blog.eigenerweg.com/
  9. http://balschuweit.de/blog2/
  10. http://midlaufcrisis.blog.volksfreund.de/
  11. http://www.laufhannes.de/

Meine Fragen an euch

  1. Wenn du deinen Blog nicht hättest, würdest du…?
  2. Journalist, Künstler,…. als was siehst du dich?
  3. Über welches Thema schreibst du am liebsten?
  4. An wen wendest du dich mit deinem Blog?
  5. Wurdest du außerhalb des Internets schon auf deinen Blog angesprochen?
  6. Woher nimmst du die Ideen für deine Artikel?
  7. Wie siehst du das Thema „kommerzieller Blog“?
  8. Worüber würdest du nicht bloggen?
  9. Von wem würdest du gerne einen Kommentar auf deinem Blog lesen?
  10. Welche Blogs liest du selbst?
  11. Wohin soll die Reise für deinen Blog gehen?

Julbo Zebra Ultra

„From Dawn to Dusk“ sagt Julbo selbstbewusst über die Zebra Ultra. Von früh bis abends? Photochrome Gläser sind mal ein guter Anfang, leicht ist sie auch. Ich werde sehen…

julbo3Ich laufe gern mit Sonnenbrille, obwohl ich beim Laufen ungern eine trage. Und ich sehe ein, dass ich eine Erklärung schuldig bin, die das Paradoxon auflöst. Ja, mir ist es lieb, wenn es mir erspart bleibt, bei schönem Wetter andauernd die Augen zuzukneifen. Strengt schließlich an, ich warte noch drauf, dass sich bei einem sonnenreichen Sommer Waschbrettstrukturen in meinem Gesicht herausbilden. Strandmuskeln mal anders!
Dagegen nervt es mich, wenn im Laufe eines langen Laufes Schweißschlieren an den Gläsern absetzen. Den trüben Blick würde ich mir lieber ersparen.
Dann muss eine Brille gescheit sitzen: Weder soll sie den Nasenrücken kitzeln, noch auf und ab hüpfen. Auch darf sie nirgends drücken, oder vom Kopf fallen.
Und was tue ich bei wechselnden Lichtverhältnissen? Rein in den Wald: Schatten. Lichtung: Sonne. Wolken: Halbhell.

Soweit die Herausforderung.

Auftritt: Julbo Zebra Ultra.
Julbo selbst hakt auf der Website einige der Punkte in meiner Einleitung ab, also eröffne ich mit einer Checkliste, die ich später zu prüfen gedenke:

  • Belüftung gegen Schweißschlieren? Check!
  • Tönung passt sich den Lichtverhältnissen an? Check!
  • Guter Halt? Check!
  • Leicht und meiner Anatomie anpassbar? Check!

Nun denn, wenn die Brille – wieso nenne ich das Ding eigentlich Sonnenbrille, wenn es erstens auch ungetönt lebt, und zweitens auch Wind von meinen Äuglein fernhalten will? Auf dem Fahrrad kann ich sie schließlich auch tragen. Sportbrille würde besser passen! Was die Macht der Gewohnheit halt so macht.

Gewicht: 30 g (ohne Hülle und Transportbeutel, gewogen)

Erster Eindruckjulbo2
Leicht ist sie in der Tat, die Zebra Ultra. Das schwerste Teil des Ensembles, das aus einer recht festen Box und einem leichteren Transportbeutel besteht (plus Putztuch und Gebrauchsanleitung), ist die Box, während die Brille so gut wie nichts wiegt. Dreißig Gramm eben.
Erfreulicherweise sind die meisten Anbauteile geschraubt, im Falle des Falles lässt sich also ein Teil austauschen. Sehr reparaturfreundlich, sowas gefällt mir.
Rauf auf die Nase, vor die Augen mit dem Ding!

Test
Bedingungen: um 20°C, wolkig
Wolkig, das bedeutet: ideale Bedingungen mit wechselnden Lichtverhältnissen. Warm genug für die Schweißproduktion.
So begebe ich mich auf eine schöne Runde, die mich über freie Felder in den Wald, und von dort wieder zurück führt. Mir fällt auf, dass mir nichts auffällt. Anders ausgedrückt: ich trete aus dem Haus, und ertappe mich anfangs dabei, dass ich öfter nach meinem Gesicht greife, um mich davon zu überzeugen, dass ich die Brille noch aufhabe. Ein gutes Zeichen, eigentlich sind mir die Klamotten (ich werfe die Brille in diese Kategorie) sympathisch, die ich nicht merke.
Dieses Kaum-Spüren blieb übrigens bis zum Schluss erhalten, was für mich den Schluss einer tagestauglichen Brille nahe legt.

Zur Unspürbarkeit leisten die photochromen Gläser einen großen Beitrag. Gläser ist gut, aus Glas sind die Gläser natürlich nicht, anders wäre die Zebra deutlich schwerer. Ich tippe auf Polycarbonat. Woraus sie auch sein mögen, die Tönung reagiert überaus rasch auf mehr oder weniger Helligkeit, und das ist gut so, denn ich bin ein echtes Sensibelchen. Brillen mit fester Tönung setze ich hektisch auf- und wieder ab, das hat schon den Charakter von Armcurls. So schone ich wertvolle Kraftreserven: meine Arme bleiben unten.

Weil mir diese Anpassungsleistung gar so umbemerkt vonstatten ging, habe ich zuhause mit einem einfachen Versuchsaufbau herumgespielt. Eine Seite im Sack, die andere in der Sonne. Sack weg, und warten, wie schnell beide Seiten die gleiche Tönung angenommen haben. Die Fotos wurden im Abstand von ungefähr zehn Sekunden aufgenommen, der limitierende Faktor war nicht die Brille, sondern die Speicherung der Kamera!
Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass im vorletzten Bild das rechte Glas etwas heller ist als das linke.


Von meinem kläglichen Versuch, gleichzeitig Auslöser und Stoppuhr zu betätigen, während ich (mit welchem Körperteil überhaupt?) den Beutel von der Brille ziehe, möchte ich nicht weiter berichten…
Weil’s gar so ungenau war, würde ich von vielleicht 15 Sekunden ausgehen, die zwischen „heller Tönung“ und „dunkel“ vergehen.
Lassen wir die Zahlen mal weg: in der Praxis reicht die Reaktionszeit locker, um die Brille aufzulassen. Was das betrifft, war mein Timing perfekt, denn es begann zu dämmern, als ich mich gen Heimat wandte. Die Brille blieb auf der Nase, und mir der Durchblick erhalten.

Womit ich beim Punkt Schlieren angekommen bin: am oberen Rand der Gläser verläuft ein schmaler Spalt, welcher der Belüftung dient. „Full Venting“ nennt Julbo das. Aus dem Marketingsprech ins Deutsche übersetzt, verfüge ich also über eine vollbelüftete Brille. Ob sie das Beschlagen verhindert, werde ich bei schlechterem Wetter mal ergründen, mein übliches Schlierenthema ist jedenfalls keins gewesen. Wieder ein Punkt abgehakt!

Und wie fest sitzt das Ding? Aktives, keineswegs freiwilliges, Stolpern trug zum Erkenntnisgewinn bei, nachdem ich sowohl Gleichgewicht als auch Fassung wiedergewonnen hatte, befand sich die Brille in der selben Position am unaufmerksamen Haupt wie zuvor. Ich brauchte nichtmal Nachjustieren.

Fazit
Kurzes Schielen auf meine Wunschliste. Alle Wünsche erfüllt, passt!

Ich laufe lieber

Ich liebe Autos. Wenn es aber um freudvolles Vorankommen geht, laufe ich lieber. Und das hat nichts mit Spaß an der Bewegung zu tun, denn den habe ich sowieso.

Womit aber dann? Ich laufe einfach los, dann wird schon deutlich werden, was ich meine.

Zuerst ziehe ich meine nagelneuen Laufschuhe an. Die alten waren zwar noch gut, bloß darf ich seit kurzem nur dann im Ort laufen, wenn die Schuhe einen bunten Aufkleber tragen. Wie früher die Stadtmauern sollen nämlich jetzt Schilder die Städte schützen. Angeblich seien die Ausdünstungen der Sportlerfüße ungesund. So ganz lässt sich das zwar nicht nachweisen, aber Hauptsache, der Bürger hat den Eindruck, die Obrigkeit tut etwas. Daher die neuen Schuhe.

Meine übliche Runde führt mich aus dem Ort hinaus auf schmale Straßen, die inmitten der Felder verlaufen. Kaum Verkehr, asphaltiert, flach, griffig. Theoretisch ein ideales Gefilde für Tempotraining, wären da nicht die zur Mäßigung mahnenden Zeichen. Schneller als 7 Minuten pro km darf ich nicht. Freilich könnte ich hoffen, dass ich nicht erwischt werde, oder darauf, dass mich ein Spurt über den umgepflügten Acker vor einem der neulich eingeführten Laufpolizisten rettet. Aber, und das ist ein großes aber: mit den Laufpolizisten ist auch eine Art Nummernschild Vorschrift geworten, die ein jeder Läufling auf der Stirn tragen muss.

7 Minuten pro Kilometer. Oder langsamer. Auf einer geraden, freien, unbelebten Strecke. Eigentlich kann ich fast ins Gehen fallen, die Flugphase lohnt ja kaum. Eher muss ich darauf achten, dass ich nicht einschlafe. Ich falle ins Grübeln über den Sinn verordneter Lahmheit.

Die simple Logik dahinter lautet: langsamer ist sicherer. Am sichersten wäre demnach der Stillstand. Warum ist eigentlich noch niemand darauf gekommen? Ich halte besser die Klappe. Bloß keine schlafenden Hunde wecken. Immerhin: das hält mich wach.

Mit dem Waldrand endet nicht nur der asphaltierte Teil, sondern auch das Tempolimit. Auf dem Schotterweg lasse kann ich es endlich krachen lassen, was ich für ein paar Minuten ausgiebig tue. Jawoll, so macht Laufen Spaß! Kurz darauf laufe ich auf fünf Läuflinge auf, welche wie aufgereiht hintereinander vor sich hin schlurfen. Noch eine Beschränkung? Nein, der vorderste in der Reihe träumt und trottet.

Leider ganz links, und leider ist es höchst illegal, einfach rechts vorbeizurennen.

Was denjenigen in ein Dilemma bringt, der gerne schneller unterwegs sein möchte. Rechts überholen? Verboten, verwerflicher noch als Mord, und beinahe so schlimm wie Steuerbetrug.

Wir dürfen auch nicht auf uns aufmerksam machen, indem wir „hey, lass‘ uns vorbei“ rufen: Nötigung. Ein kurzer Pfiff als Ausdruck von „Entschuldige bitte, ich möchte schneller laufen als du“. Ist auch nicht erlaubt, weil der Angesprochene den Pfiff als „verpiss dich auf die rechte Spur, du Penner“ verstehen könnte. Ich gebe zu, die meisten meinen genau das.

Unsere einzige Möglichkeit besteht darin, den in Morpheus‘ Armen selig schlummernden Schlurfer durch „unvermeidbare, natürliche Lautäußerungen des Körpers“ aufzuwecken. Ein Urteil des Bundesgerichtshofes lässt genau diese Geräusche ausdrücklich zu. Also husten, niesen, rülpsen und räuspern wir uns, was die Lungen hergeben – und das ist einiges, denn das Tempo lässt uns wahrlich genug Luft!

Nach einigen wenigen Minuten geschieht das Wunder: der Schläfer geht nach rechts!

Haben wir ihn geweckt? Nein, er will abbiegen.

Ich genieße die nächsten paar Kilometer im Wald, komme am Abzweig eines herrlichen Single-Trails vorbei, den ich früher gerne gelaufen bin.

Heute darf dort nur noch gegangen werden. „Verkehrstrennung“ heißt das Zauberwort. Single-Trails und Wege unter einem Meter Breite sind für Spaziergänger und Wanderer, darüber für Läufer. Mountainbiker dürfen überhaupt nicht mehr auf normalen Waldwegen fahren, für sie gibt es abgesperrte Areale.

Weil ich keine Lust auf Gehtempo habe, lasse ich den Trail bleiben.

Kurz vor Schluss grüßt wie immer Landvogt Gessler an der Einmündung.

Nicht persönlich, sondern in Gestalt seines Hutes, der in moderner Zeit in Form eines Stoppschildes daherkommt. Ich bleibe brav stehen, die Füße vorschriftsgemäß parallel nebeneinander. Mein Blick geht zuerst nach links, dann nach rechts, um ich davon zu überzeugen, dass wirklich niemand kommt. Freilich sehe ich das schon hundert Meter vorher, oder im langsamen Gehen. Wie sonst eben auch, wenn andere Vorrang haben. Manche Kreuzungen, findet die Obrigkeit offenbar, bedürfen einer besonderen Würdigung. Daher gibt des den modernen Gesslerhut.

Wieder zuhause, bin ich wirklich froh, dass ich beim Laufen noch so viel Freizügigkeit genießen darf. Ich darf loslaufen, wann ich will, und sogar die Strecke frei wählen! Autofahrern geht es in dieser Hinsicht wirklich schlecht. Sie müssen jede Fahrt vorher genehmigen lassen:

Zeitpunkt der Abfahrt, Start- und Zielort, Route, und so weiter. Meine Güte.

Laufen hat die Freiheit, die ich meine.

Deshalb laufe ich lieber.

CEP Night Calf Sleeves 2.0

Kompression und ich sind zwei Welten, die nicht zwingend kompatibel sind. Weil ich indes gerne Sachen ausprobiere, habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, um herauszufinden, ob mir Sleeves von CEP gut zu Gesichte – besser gesagt: an die Waden – stehen.

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Kompression und ich sind zwei Welten, die nicht zwingend kompatibel sind. Weil ich indes gerne Sachen ausprobiere, habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, um herauszufinden, ob mir Sleeves von CEP gut zu Gesichte – besser gesagt: an die Waden – stehen.

Beschreibung CEP Compression Sleeves
Material: 79% Polyamid, 21% Elasthan
Farbe: leuchtend orange

Kompressions-Sleeves für die Unterschenkel in Leuchtfarbe

Erster Eindruck
Ich besitze seit ein paar Jahren Kompressions-Strümpfe von CEP, mit denen ich eher zwiespältige Erfahrungen gemacht habe. An zwei 24-Stundenläufen getragen hatte ich beide Male schmerzhafte Schwellungen am Übergang zwischen Fußspann und Schienbein.

So etwas prägt.

Andererseits erinnere ich mich, dass mir auf langen Strecken manchmal der Gedanke in den Sinn kommt, ein sanfter Druck an der Wade könnte recht angenehm sein. Kurzum: vielleicht passt es ja, wenn nur die Wade? So habe ich das Angebot von CEP zum Testen gerne angenommen.

Die Sleeves selbst sehen in knallorange witzig aus, heben sich von der schwarz-weißen Monokultur in meiner Sockenlade wohltuend ab. Das Material fasst sich ganz angenehm an, nur: wie klappt das Anziehen? Erstaunlich gut, ohne den Fußteil fällt die Würgerei an der Ferse weitgehend weg. Ohne Bewegung stört die Kompression kaum, ich bin gespannt, wie es sich beim Laufen verhält.

Test
Wetter: etwa 8°C, sonnig
Klar merke ich, dass die Waden mehr Druck abbekommen als sonst. Auch jetzt, nachdem ich die Sleeves ein paar Mal anhatte, bin ich mir nicht im Klaren darüber, ob mich der Druck im Allgemeinen stört oder nicht. Bei Tempoeinheiten hatte ich allerdings schon den Eindruck, es würde mich etwas hemmen, seither tue ich dies mit ohne Kompression.

Sehr angenehm fand ich weniger das Zusammendrücken, sondern die Möglichkeit, den Temperaturhaushalt an den Waden durch Hinauf- oder Herunterschieben zu regulieren. Vielleicht nicht ganz im Sinne des Erfinders, wohl aber ein Komfortgewinn für mich. Ich kann mir gut vorstellen, die Sleeves, ähnlich wie Armlinge im Rucksack mitzuführen, um sie entweder als Wärmespender, oder für zeitweilige Kompression einzusetzen.

A propos Kompression: Weil ich auf meinen subjektiven Eindruck angewiesen bin, will ich mir kein Urteil über ihren Einfluss auf Ermüdung oder Leistung erlauben. Soweit ich weiß, ist die Frage nach Sinn und Unsinn, nach dem Nutzen von Kompression noch nicht eindeutig beantwortet. Also bleibe ich subjektiv: ich finde es im Einzelfall ganz angenehm, würde im Zweifel aber darauf verzichten.

Fazit
Sehen cool aus – und liefern zuweilen erfreulichen Druck an den Waden. Mir ist das nach dem Training lieber, die Regenerationsstrümpfe sind jedoch eine andere Geschichte. Fortsetzung folgt!
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