Feet in the Clouds

„Fell“ nennen die Briten ihre Berge. Fell Running bedeutet, im hügeligen Gelände so schnell als möglich vom Start zum Ziel zu gelangen. Bei jedem Wetter. Meistens in direkter Linie bergauf, und in Falllinie wieder herunter. Egal, ob Geröll oder Gras, das Tempo „halsbrecherisch“.
Über diese faszinierende Sportart schrieb Richard Askwith das Buch „Feet in the Clouds“.

feet in the clouds
„Fell“ nennen die Briten ihre Berge. Fell Running bedeutet, im hügeligen Gelände so schnell als möglich vom Start zum Ziel zu gelangen. Bei jedem Wetter. Meistens in direkter Linie bergauf, und in Falllinie wieder herunter. Egal, ob Geröll oder Gras, das Tempo „halsbrecherisch“.

Über diese faszinierende Sportart schrieb Richard Askwith das Buch „Feet in the Clouds“.

Das Werk zerfällt grob in zwei Erzählstränge, deren Kapitel sich abwechseln. Askwith berichtet von seinen eigenen Anstrengungen, die Bill Graham Round im Lake District (rund 100 km und 8000 Höhenmeter, genau lässt sich das nicht sagen, weil beim Fell Running jeder Läufer seinen eigenen Weg sucht) zu vollbringen, während im Wechsel dazu ein Kapitel mit Laufevents, Leuten und Legenden. Die Gliederung liefern die Monate eines jeden Jahres, was insofern praktisch ist, als Fell Running das ganze Jahr über betrieben wird.

Das Buch ist recht gut geschrieben, zuweilen blitzt etwas britischer Humor durch, allerdings will ich nicht verhehlen, dass der Funke nur manchmal überspringen wollte. Zu fern liegt die Fell Running-Gemeinschaft, als dass der noch nicht infizierte Leser gerne über einen unbekannten Lauf in einem unbekannten Ort lesen möchte. Noch eine lebende Legende? Ein weiterer Ort mit jahrzehntelanger Tradition?

Es wollte nicht immer funken.

Lichtblicke liefern jene Kapitel, die einen interessanten Einblick in den Zwist zwischen „Amateuren“ und „Profis“ geben. Ein Konflikt, der bisweilen groteske Züge angenommen haben musste.

Und Askwith ist hochaktuell in jenem Teil, der das Thema Sicherheit bei Fell Running Veranstaltungen diskutiert. In dem er von einer Sportart im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne berichtet. Traditionelle Veranstaltungen, die sich einem breiteren Publikum öffnen, um sinkenden Teilnehmerzahlen zu begegnen, damit aber gleichzeitig ein Publikum anzuziehen scheinen, welches die Verantwortung für die eigene Sicherheit in den Händen des Veranstalters sieht.

Ist „Feet in the Clouds“ nun ein lesenswertes Buch?

Bei Schneeregen in Höchstgeschwindigkeit über Stock und Stein einen Abhang herunterzurennen, den andere Menschen rückwärts auf allen Vieren zurücklegen, ist vollkommen durchgeknallt. Eine gute Idee also. Askwith gelingt es, bei allen Längen, die das Buch zum Teil hat, die Faszination von Fell Running zu transportieren.

Ja, „Feet in the Clouds“ ist, als eines der ganz wenigen Bücher zum Thema, unbedingt lesenswert!

Taschenbuch: 352 Seiten

Verlag: Aurum Press; Auflage: PB Reissue (9. Mai 2013)

Sprache: Englisch

ISBN-10: 1781310564

11,17 €

Laufen hält schlau. Hält Laufen schlau? Schlaucht Laufen?

Es ist herrlich! Eine Studie belegt, dass Laufen schlau macht. Zumindest Demenz verhindert. Möglicherweise auch nicht, wer weiss das schon genau. Hauptsache ist ohnehin, dass der gemeine Läufling sich bestätigt sieht!

Wir Läuflinge haben es „schon immer“ gewusst: Laufen macht schlau!
Für alle, die glauben, dass ihr liebste Zeitvertreib einer Rechtfertigung bedarf, hat die Wissenschaft zitierfähige Studien veröffentlicht, aufbereitet und vorverdaut von keiner geringeren Publikation als der hochseriösen Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor einem knappen Jahr.

So ganz klar scheint indes nicht zu sein, wo der Zusammenhang zwischen weniger Demenzrisiko und körperlicher Aktivität liegt. Wird ein Läufling deshalb nicht dement, weil er läuft? Laufen als Impfung gegen Demenz? Eventuell ist es auch ganz anders, und Leute mit niedrigem Demenzrisiko tragen den Drang zum Laufen in sich. Menschen mit der Befähigung zum Gebären menschlichen Nachwuchses neigen tendenziell auch dazu, Brüste zu entwickeln.

Vielleicht gibt es nur einen statistischen Zusammenhang? Ach, Statistik! Bei solchen Artikeln sind die Leserkommentare immer ein Genuss. Man kann sich drauf verlassen, dass irgendjemand auf den Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation hinweist. Was ich persönlich übrigens sehr löblich finde. Genauso löblich wie den Hinweis eines anderen Kommentators, eine der Studien sei von adidas finanziert worden. Einen Nachweis liefert er dafür leider nicht, andererseits: wer würde sich wundern?

Und, ehrlich: was kümmert’s mich, ob eine industriefinanzierte Studie mir mitteilt, dass das, was ich sowieso tue, gut und richtig ist? Eben. Wir wollen doch alle bestätigt werden! Solch ein bezahltes Schulterklopfen kommt uns überaus gelegen.
Da fällt mir ein: Warum schreibt eigentlich kein Psychologe einen Artikel, in dem ich lesen darf, dass ich glücklich bin, wenn ich Dinge tue, die mir Spaß machen – was wiederum zu meinem Wohlbefinden und somit zu meiner Gesundheit beiträgt?

Laufen macht glücklich.

Und zwar Menschen, die vom Laufen glücklich werden können.

Die armen Trinker.

Saufen macht blöd, fett, depressiv und impotent.

Als Läufling hat man da eine bessere Prognose.

Der Artikel stellt übrigens ehrlicherweise heraus, dass den Forschern nicht so ganz klar ist, wie die Zusammenhänge aussehen. Es wird halt viel vermutet, Thesen aufgestellt, geprüft, bestätigt oder verworfen. Auch die Frage der Dosis scheint (noch so ein Konjunktiv) weiter offen zu sein. Aber auch wenn der Zusammenhang nur vorhanden „scheint“, lese ich derlei natürlich gerne. Bis auf diesen einen Satz, der da lautet „weil auch viele andere Hirnkrankheiten ganz offensichtlich von körperlicher Aktivität profitieren“.
Das beuhnruhigt mich.
Ich will nicht, dass irgendwelche Hirnkrankheiten von meinem Sport profitieren.
Dahinschrumpeln sollen sie!
Ich beschließe, fest an eine unglückliche Formulierung zu glauben.

Macht Laufen jetzt schlau?

Nichts genaues weiß man nicht.

Bis auf: Laufen macht Spaß

Liebe Biotechnologen…

Die Biotechnologie bringt erstaunliche Dinge hervor: Mäuse mit Menschenohr auf dem Rücken, Klonschafe, oder Mais, der sich per SMS meldet, wenn er reif ist. Kinderkram. Kümmert euch doch bitte um wichtige Themen!

Ich bin wirklich verblüfft, was die Biotechnologie so hervorbringt.
Spontan kommt mir das Klonschaf Dolly von vor Jahrzehnten in den Sinn. Klasse Sache, so ein Schaf vom Fließband.
Und der Genmais. Wenn es bei Mais bleibt, denn ich nehme an, bei dieser Pflanze ist es besonders einfach, weshalb sie den Anfang macht. In ein paar Jahren kommt eine SMS vom Apfelbaum, weil er geerntet werden möchte.

War da nicht mal eine Maus, der ein menschliches Ohr am Rücken wächst? Manche Mütter behaupten ihren Sprösslingen gegenüber ja, sie hätten auch hinten Augen – was ich persönlich für eine schamlose Lüge halte. So weit ist die Gentechnik auch wieder nicht.

Trotzdem sind sie beeindruckend, diese Spielereien.

Fingerübungen.

Aphorismen, verfasst in der Sprache der Natur.

Liebe Biotechnogenetiker, ich finde, ihr habt lange genug herumgealbert. Der Ernst des Lebens wartet.
Nehmt euch endlich eines wirklich wichtigen Problems an.

Warum, so frage ich mich, verhält sich der menschliche Körper so wenig kohärent? Hautflächen sind bereit, Hornhaut als Schutzschicht zu bilden, wenn sie mechanischer Belastung ausgesetzt sind. Ein wenig Gartenarbeit führt zu Schwielen an den Händen. Wenn ich fleißig mit der Kettlebell trainiere, muss ich meine Handflächen mit ebensolchem Fleiß pflegen. Und der Läufling an sich kennt das Thema Fußpflege zur Genüge.

Alles passt sich an Belastungen an.

Fast alles.

Außer Brustwarzen.

Brustwarzen wollen abgeklebt werden. Es ist ihnen offenkundig vollkommen egal, dass andere Körperteile schon längst den Vorzug des Anpassens erkannt haben. Überleben durch Anpassung? Brustwarzen als Spezies wären schon längst ausgestorben. In der Zeitung könnten wir lesen, das letzte Brustwarzenpaar sei beim London Marathon des Jahres 1992 verendet. Die Überresste in Form eines befleckten Laufshirts würden wir im British Museum bewundern können.
Weniger zur Arterhaltung, sondern zum Vermeiden unangenehmen Reibens kleben wir brav ab. Vor jedem größeren Lauf.

Aber: ich verspreche mir viel von der Biotechbranche. Es kann ja nicht so schwer sein, Brustwarzen zu schaffen, die bei Reibung langsam aber sicher eine Schicht Hornhaut entwickeln. Handflächen können es. Fußsohlen auch. Bitte auch Brustwarzen.

Irgendwer wird jetzt wahrscheinlich den Gedanken hegen, Hornhaut auf den Brustwarzen könnte möglicherweise das Säugen des Nachwuchses erschweren.
Ich möchte dem entgegenhalten, dass ich – Geschlecht: Mann – keineswegs die Absicht habe, jemals einen Säugling zu säugen. Ich denke, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich behaupte, dass ich hier für die meisten Geschlechtsgenossen spreche. Wenn es um die Erhaltung der menschlichen Art durch Fortpflanzung und Aufzucht geht, finde ich die serienmäßig mitgelieferten Werkzeuge sinnvoll zwischen Mann und Frau aufgeteilt. Ich möchte die mir mitgegebenen Werkzeuge behalten. Da bin ich ganz konservativ.
Kurzum: ich brauche meine Brustwarzen nicht als Öffnungen für die Nahrungszufuhr junger Menschen. Demnach darf der männliche Nippel ohne Funktionseinbußen Hornhaut entwickeln.

Und die Frauen?

Ach, das Genderthema, dem ich mich gern stelle. Es spricht nichts dagegen, die Bildung von Hornhaut während der Stillzeit zu unterbinden. Eine kleine Erschwernis in der Aufgabenstellung – aber, liebe Genetiker, ich bin sicher, dass ihr auch das hinkriegt.

Rasant wie der Fortschritt hinfort schreitet, kann es nicht mehr allzu lange dauern.
Ich für meinen Teil verzichte jedenfalls darauf, Aktien von Pflasterfabriken zu kaufen. Wenn Nippel nicht mehr schutzbedürftig sind, wird der Verkauf von Pflastern einbrechen.

Zuvor gilt es, die Biotechnologiebranche auf den rechten Weg zu bringen.

Freiheit für Läufer – Hornhaut auf die Nippel!

Serie Maslow: Triple2

Cooler Name, coole Klamotten: 222 ist die Nummer des Lieblingstrails von Matthias Dreuw, der in den 1990er Jahren als Mountainbiker die Gegend rund um den Gardasee erkundete. Triple2 heißt demnach sein Label für hochwertige Fahrrad- und Outdoorbekleidung.

201310_triple2_trentino_4911Cooler Name, coole Klamotten: 222 ist die Nummer des Lieblingstrails von Matthias Dreuw, der in den 1990er Jahren als Mountainbiker die Gegend rund um den Gardasee erkundete. Triple2 heißt demnach sein Label für hochwertige Fahrrad- und Outdoorbekleidung.

die Story201310_triple2_trentino_1862
Die meisten Unternehmen beginnen mit einem leichten Grummeln im Kopf des Gründers. Typische Gedanken sind „das geht besser“ oder „warum macht man nicht…“.
Triple2 hat im Prinzip genauso angefangen. Man kann sich Matthias Dreuw vorstellen, wie er auf dem Bike sitzt und denkt „warum macht man das nicht besser…“
Wobei sich die Gedanken nicht nur auf die Produkte selbst, sondern auch auf den Raum beziehen, in dem sie hergestellt und eingesetzt werden. Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Augenmerk auf sozial gerechte Produktion sind heutzutage weder neu noch selten, sie bilden indes einen Kern der Ideale, denen sich Triple2 verpflichtet fühlt.

Ich muss grinsen: dem vorigen Satz würde wahrscheinlich jedes x-beliebige Unternehmen zustimmen. Firmen wie Triple2 glaube ich das aber, weil solche Aussagen bei ihnen aus der Überzeugung, und nicht aus dem Marketing kommen.
Umweltschutz?
Matthias ist Ingenieur für Energie- und Umwelttechnik. Er weiss also, worauf es ankommt – und wie man es umsetzt. Sein Credo – und das von Triple2 – lautet: verschwende keine Ressourcen. Und, das sei hinzugefügt: wenn du Leute beschäftigst, musst du sie anständig bezahlen.
Wer übrigens die Philosophie von Triple2 ausführlich nachlesen möchte, wird auf deren Website fündig.

Nun ist der Schritt vom „warum macht man das nicht besser…?“ zum „das kann ich besser“ verhältnismäßig gering.
Wer Ingenieure wie Matthias kennt, weiß, dass sie bei jedem Gegenstand, den sie in die Hand nehmen, wissen, wie sie ihn verbessern würden. Bei täglich genutzten Sachen wird ziemlich schnell klar, wo etwas geändert werden muss. Gepaart mit Idealen – Matthias legt Wert auf nachhaltige und sozial möglichst gerechte Produktion, führt der Weg fast zwangsläufig zum selbst machen: Die Idee ist grundsätzlich mal da, sie wächst, wird konkret – und irgendwann war der Zeitpunkt gekommen, an dem er sich sagte: „jetzt oder nie“.

Das war 2010.

Der Rest ist, wie es so schön heißt, Geschichte. Die durchaus erfreuliche Geschichte von Triple2 als Hersteller von Fahrrad- und Outdoorbekleidung nämlich.

Gut zu wissen, dass sich Triple2 erfolgreich entwickelt. Erfolge sind super, interessanter finde ich gerade bei Erfolgsstories aber die Fehler. Am liebsten würde ich in den Papierkörben von Gründern, Forschern, Entwicklern stöbern.
Woraus hat Matthias am meisten gelernt?
Im Rückblick hält er den Start ohne Investor für keine gute Idee. Egal welches Budget man anfangs plant, es wird teurer!

Triple2 kann man natürlich auch kaufen, im Moment hauptsächlich in Deutschland, Österreich,
der Schweiz, Holland und Belgien ab 2014 auch in Dänemark. Klar, dass es Triple2 sowohl online, wie auch offline gibt.

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Eigentlich musste es zum eigenen Unternehmen kommen. Matthias ist absoluter Mountainbike-Freak (siehe oben: der Gardasee, Biker und Triathleten Mekka der 90er).

Und wenn die Firma schon mal da ist: Ideen mit verschiedenen anderen Menschen in coole Produkte umsetzen – was kann schöner sein?
A propos Menschen, Matthias arbeitet mit einem Kernteam von sechs Leuten zusammen, die Produktion in Kroatien ist nicht eingerechnet. Hübsch schlank und beweglich!

Bleibt die Frage, wieviel Raum der Sport heute einnimmt. Es gibt ja diesen Teufelskreis aus viel Sport, viele Ideen, Gründung, Erfolg, wenig Sport…. Auch Matthias kann sich den, sagen wir: Erfordernissen der Geschäftswelt, nicht ganz entziehen. Mit längeren Touren am Wochenende, Laufen und dem Weg zur Arbeit (mit dem Rad natürlich, was sonst?) hält er aber ein ordentliches Pensum aufrecht.

Gut so, vor allem gut für die Ideenproduktion!

die Produkte201310_triple2_trentino_1344
Triple2 kommt vom Mountainbiken. Ist Triple2 ein reines Bikerlabel? Mitnichten!
Gut, Hosen mit Sitzpolster wird abseits des Fahrradsattels niemand tragen, zum Laufen am allerwenigsten, für meine Augen taugen die Klamotten allesamt für alles Mögliche – auch und gerade zum Laufen, Wandern, Trecken oder einfach so.

Wobei ich echt sagen muss: die Hosen sehen rattenscharf aus! Scharf? Eher „cool“, also richtig heiß. Verstricke ich mich in mein eigens Wortspiel? Scheint so.

Ich wechsele daher das Thema, indem ich zu ihm zurückkehre.

Bevor ich ein paar Beispiele nenne, die mir aufgefallen sind, will ich eine Sache loswerden: Triple2 verfolgt einen zeitlosen Stil. Sie wenden sich explizit an Leute, die ihre Sportklamotten einige Jahre nutzen wollen. Man kann auch dazu „nachhaltig“ sagen.
Ich wollte mich mit Geschmacksäußerungen zurückhalten. Wollte ich? Nicht wirklich. Mir gefällt der zurückhaltende Stil.

Wo ich schon beim freien Äußern meiner Meinung bin: die Unterwäsche heißt bei Triple2 „Unner“, wie Unnerwäsch und Unnerhos‘. Für drunter empfiehlt Triple2, man höre und freue sich, nicht Merino, sondern einen Mix aus Bamubus-Viskose und Polyester. Denn, so steht zu lesen, Merino sei super, nur nicht unbedingt als erste Schicht. Ich habe, kratzempfindlich wie ich bin, einmal versucht, eine Unterhose aus Merino zu tragen. Ja, ich freue mich, dass es naturfaserliche, unkratzige Wäsche gibt.

Was fiel mir noch auf?

201310_triple2_trentino_0897Die DUUN genannte Jacke mit Füllung aus Schurwolle und Maisstärke. Interessant für winterliche Trails, und vor allem als kuschelig-warmer Überzieher nach dem Lauf.KAPP_M_griffin_front
Hoodie-Fan, der ich bin, kann ich nicht umhin, das KAPP genannte Leibchen wohlwollend zu erwähnen. An ihm ist alles dran was man braucht: Kapuze mit Gesichtsschutz und Daumenlöcher. Über Hoodies muss ich mal einen eigenen Artikel schreiben.

Für die Zukunft wird sich bei Triple2 gerade auf der Materialseite noch einiges bewegen: Sichwort Recycelte Materialien komplett aus Europa.

die Vision
Wo soll die Reise von Triple2 hingehen? Ich zitiere Matthias, er würde triple2 gerne zu einem Unternehmen aufbauen, dass in Europa führend in der Herstellung von ökologischer Sportbekleidung speziell für urbane Mobilität und MTB ist.
Klingt nicht schlecht, oder?

Website: Triple2

Doping-Impfung: Sieben goldene Regeln

Doping, so glaubten viele Athleten, Doping haben nur die anderen. Bis zu dem Moment, an dem sie selbst betroffen waren. Doping, soviel ist klar: kann jedem passieren!

Die Fälle der letzten Jahre zeigen vor allem Dingen eines: kaum einer der aufgefallenen Sportler hatte gedopt. Man verstehe mich nicht falsch: freilich waren diverse Proben positiv, und natürlich konnte vieles nachgewiesen werden. Ich will auf etwas anderes hinaus: „hatte gedopt“ bedeutet, der betreffende Sportler war selbst aktiv. Vorsätzlich, absichtlich und so weiter.
Stattdessen beteueren die meisten, sie hätten von nichts gewusst. Unglückliche Umstände seien es gewesen, die zu den positiven Analysen ihrer Pipiprobe geführt. Sie haben nicht, sie wurden gedopt.

Das Schicksal kann so grausam sein. Ein einziges Mal ist der Sportler kurz unaufmerksam, und schon ist es passiert.

Eine Zeitlang freut er sich noch, dass das Träning endlich Wirkung zeigt – „hätte nie gedacht, dass ich so schnell sein kann…“. Bis die Stimme des Prüfers zur Toilette ruft. Dann schwappt sie gelb im Becher, die verräterische Flüssigkeit.

Schnell wurde er, der Sportler.

Sehr schnell.

Und zwar zum Opfer.

Darf ich überhaupt „Opfer“ schreiben? Oder ist die korrekte Schreibweise „Opfa“?
Ob Opfa oder Opfer, der Sportler ist dem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert. Doping-Fettnäpfchen lassen sich umgehen, indem er sieben goldene Regeln beherzigt:

1) schwarze Magie
Wer erinnert sich noch an den Langläufer Johann Mühlegg? Auf ihm lastete der Fluch seines Trainers. Ein Fluch, der nicht einmal durch die Einnahme eines speziellen Wässerchens gebrochen wurde. Jenes Wässerchen war durch eine Dame, die mit höheren Mächten in Verbindung steht, geweiht worden.
Wir lernen daraus: ein Trainer, der sich in schwarzem Umhang und spitzem Hut kleidet, ist zumindest verdächtig. Murmelt er unverständliches Zeug, während er Pulver in grünlich brodelnde Flüssigkeiten streut, ist höchste Vorsicht geboten. Am besten sofort das Weite suchen, bevor der Fluch zu wirken beginnt.

2) Körperpflege
Selbst scheinbar harmlose Mittel wie Zahnpasta können Anteile leistungssteigernder Substanzen enthalten. Wer glaubt, alle Inhaltsstoffe seien im Prinzip legal, der irrt – es wäre nicht das erste Mal, dass übertriebene Körperhygiene eine sportliche Karriere beendet. Es mag gesellschaftlichen Konventionen zuwiderlaufen, wenn ich dazu rate, jedwede Körperpflege einzustellen, aber: sicher ist sicher. Besser miefend auf dem Treppchen als duftend auf der Tribüne!

3) Fingernägel
Stilikone der 1980er Jahre: Florence Griffith-Joyner, deren Fingernägel eine ganze Generation prägten. Leider tauchten Zweifel auf, ob ihre Leistungen mit rechten Dingen zustande kamen. Daher, auch wenn es schwer fällt: Maniküre nur in Form eines radikalen Kahlschlags!

4) Sportart
Noch ist es nicht nachgewiesen, eine These besagt, dass bereits die Wahl der Sportart Doping im Körper auslösen kann. Ersten Untersuchungen zufolge erhöht Rad- und Schwimmsport das Dopingrisiko vergleichbar wie Rauchen die Gefahr von Lungenkrebs. Rauche, und du bekommst Krebs; schwimme, und du bekommst Doping.
Es empfiehlt sich daher, auf risikoarme Sportarten wie Schach oder Skat auszuweichen.

5) Ärzte
Wir bleiben beim Radsport. Finger weg von Ärzten lautet die klare Ansage! Nicht nur Fuentes, nicht nur Südeuropäer, jeder Arzt ist ein Risiko! Sicherheitshalber kann der Leistungssportler sich beim Mentalträner eine gepflegte Weißkittelallergie antherapieren lassen, falls er die Gefahr eines Rückfalls bei sich vermutet.

6) Nahrungsergänzung
Selbst das, was wir tagtäglich mit unserer Nahrung zu uns nehmen, ist bedenklich. Da fliegt man frohgemut zur Olympiade, im Gepäck ein paar nahrungsergänzende Pillen – und was passiert? Prompt infiziert man sich mit Doping. Da erinnern wir uns an den bekannten Spruch, welcher da lautet: iss nur die Sachen, die auch deine Oma als Essen erkannt hätte.

7) Gentechnik
Denken wir an Gentechnik und Sport, kommen chinesische Schwimmer in den Sinn, die in der Damenmannschaft starteten. Oder waren es Schwimmerinnen im Prozess der Geschlechtsumwandlung? Ein Unfall gar, weil das Bartwuchsmittel Brüste sprießen liess?
Des Rätsels Lösung ist wahrscheinlich völlig banal: wir stehen am Beginn eines Forschungsprojektes. Zunächst testet man einfache Veränderungen. Bärte, nicht zum Umhängen, sondern zum selbstwachsen. Wenn das zuverlässig klappt, folgen anspruchsvollere Aufgaben, wie etwa Schwimmhäute.
Die Entwicklung, so meine These, findet ihren Höhepunkt darin, dass wir „Badenixe“ genau so wörtlich verstehen dürfen, wie es Märchen schon lange suggerieren. Meerjungfrauen werden die Weltrekorde künftig unter sich ausmachen.

Und Jungfrauen bleiben.

Wie soll das auch gehen, bei dem Unterleib?

Es sei, wie es sei – im Interesse eines geregelten Geschlechtslebens und niedrigem Dopingrisiko sei Gentechnik tabu.

Fazit
Doping muss nicht sein! Natürlich bleibt ein geringes Restrisiko, denn von irgendwas müssen auch Sportler schließlich leben. Genveränderte Nahrungsmittel können als unbedenklich gelten, bei genverändernden (Achtung: genau lesen!) bin ich mir nicht sicher.

Wenn mir demnächst Brüste wachsen, ist mein Müsli schuld.