Läuflings Lebensfragen (3)

Wo die Natur dem Ruf des männlichen Läuflings nach botanischer Rettung vergleichsweise leicht folgt, sind die Damen der Schöpfung oft noch ein gutes Stück von der ersehnten Privatsphäre entfernt…

Gebüsch gesucht
Läuflings Lebensfragen

Wo die Natur dem Ruf des männlichen Läuflings nach botanischer Rettung vergleichsweise leicht folgt, sind die Damen der Schöpfung oft noch ein gutes Stück von der ersehnten Privatsphäre entfernt…

Läuflings Randgruppenparkplatz

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Läuflings Randgruppenparkplatz

Liebe Läuflinge! Ihr, die ihr das ew’ge Leiden kennt, die unsäglichen Qualen, unser Jammertal, das wir durchqueren. Ihr versteht mich; wisst, was ich meine?

Nicht? Ach richtig, ich habe noch nicht gesagt, wovon ich rede.

Kennt ihr die Schmerzen nach einem langen Wettkampf? Ganzkörperschmerzen. Es gibt sie nicht alleine, sondern im Doppelpack mit einer Beweglichkeit, über die selbst ein Neunzigjähriger lachen müsste.
Anderswo braucht man Alterssimulationsanzüge, wir machen’s billiger. Lang genug laufen, um ein paar Jahrzehnte zu altern.

Jetzt sehe ich euch verständnisvoll nicken. Ja, ihr kennt das.

Wenn wir besonders viel Glück haben, dürfen wir vor Publikum einem Auto entsteigen. Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Promis gemein, die anlässlich der Oskarverleihung den Fond des schweren Wagens verlassen. Ein Lakai steht am geöffneten Schlag bereit, reicht charmant den Arm zur Unterstützung. Dann stolziert man lächelnd den roten Teppich entlang.

Schaffen wir nicht.
Nicht in dieser Situation.
Nichtmal, wenn ein roter Teppich vor uns läge.
Statt Schauspieler zu sein, bieten wir ein Schauspiel dar, das hart am Rand der Menschenwürde balanciert. Nur: wir spielen nicht.

Die Kür des Aussteigens zeigt sich an Autobahnraststätten. Ein freier Parkplatz findet sich gefühlte dreihundert Meter vom Klo entfernt. Der Weg dahin zieht sich elend in die Länge, wenn man auf steifen Beinen humpelt. Das Sahnehäubchen bilden wunde Füße mit fortgeschrittener Blasenbildung. So ein blutbefleckter Gehsteig macht sich recht hübsch.

Im Klo leert der gepflegte Rentner neben uns seine inkontinenzgestählte Blase (nicht die an den Füßen), während wir mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Rückweg denken. Frauen, habe ich mir sagen lassen, haben es noch schwerer: die müssen sich entweder setzen, oder eine Schwebehaltung einnehmen. Die Entscheidung fällt zwischen überwundenem Ekel und ertragenem Schmerz, ein echtes Dilemma.

Nachdem wir uns Erleichterung verschafft haben, humpeln wir den weiten, nicht enden wollenden Weg zum Auto zurück. Mitleidigen Blicken schutzlos ausgeliefert. Man spürt sie förmlich, die Gedanken der Zuschauer. „Herrje, was haben diese armen Leute denn? Sie sehen doch recht gesund aus….“.

Vor ein paar Jahren, ich befand mich auf dem Rückweg von einem 24-Stundenlauf (global gesehen: nach Hause) und dem Klohäuschen eines Autobahnparkplatzes (situativ: zum Auto), näherte sich mir eine ältere Dame: „Kann ich Ihnen beim Einsteigen helfen?“.

Salz in meine Wunden.

Ein Spießrutenlauf, wobei die Spieße aus Mitleid und die Ruten aus Häme bestehen. Lauf? Schön wär’s.

Wann endlich erbarmt man sich unser? Jede Randgrupe kriegt eigene Parkplätze! Zuerst kommen Rollstühle, dann Familien mit Kindern, gefolgt vom schöneren, und deshalb besonders schutzbedürftigen, Geschlecht. Und wir?

Freilich, unser Schicksal ist selbst gewählt. Deswegen begehren wir lediglich einen einzigen für uns reservierten Parkplatz. Nahe am Klo. „Reserviert für leidende Läuflinge“. Alternativ schreiten wir zur Selbsthilfe mit einen großen Plakat, auf dem steht „ich bin hundertfuffzich Kilometer gerannt und gehe immer noch aufrecht“. Wenn wir schon leiden, darf man uns auch dafür bewundern.

Ich bin so schwach. Wer trägt mein Plakat?

Test Sub Zero Softshell Jacke

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Sub Zero Softshell Windproof Thermal Jacket

Der englische Hersteller Sub Zero hat sein Portfolio konsequent auf das Zwiebelschalenprinzip hin ausgelegt, bei dem jede der übereinander getragenen Kleidungsschichten eine bestimmte Aufgabe (Feuchtigkeitstransport, Wärme, …) übernimmt. Zum Schutz vor Wind und Wetter setzt Sub Zero auf Jacken aus Softshell-Material.
Ich habe das Sub Zero Softshell Windproof Thermal Jacket ausprobiert.

Beschreibung
Sub Zero Softshell Windproof Thermal Jacket
Das von Sub Zero verwendete Softshell-Material besteht aus zwei zusammen laminierten Gewebelagen. Außen aus einer Mischung aus Polyester und Elastan gefertigt, ist diese Schicht winddicht und halbwegs wasserfest. Die Innenlage aus dünnem Fleece ist leicht angeraut, was sie einigermaßen warm macht.

Von der Ausstattung her folgt die im Rücken länger geschnittene Jacke dem üblichen Muster mit Klettverschlüssen an den Ärmeln, Schnurzug im Bund und einem abgedeckten Reissverschluss. Zwei sehr geräumige Taschen (innen mit Netzfutter) an den Seiten bieten genug Platz für Taschentücher, Handschuhe und was man sonst noch herumtragen will. Am linken Oberarm findet sich eine weitere Tasche, die groß genug ist, um Handy oder ähnliches aufzunehmen. Die Reissverschlüsse machen alle einen sehr guten Eindruck. Sie sind etwas schwergängig, ich kann mir vorstellen, dass dies an der Wasser- und Winddichtheit liegt. Der Haupt-RV hat ein supergriffiges Zugteil. Wenn’s schon schwer geht, bekommt man einen gescheiten Griff. Sehr schön!

Der Kragen hat mich auf Anhieb begeistert: schön hoch, anliegend (aber nicht zu eng), und mit dem gleichen wunderbar weichen Material umsäumt, das auch den Windschutz des Reissverschlusses bildet, Reissverschlussgarage inklusive.

Material außen: 97% Polyester, 3% Elastan
Material innen: 100% Polyester Fleece
Average weight: 516 g (Größe M, gewogen)
Farbe: Schwarz

Test
Erster Eindruck
Was mir gleich auffiel, ist die wunderbare Haptik der Jacke. Der Außenstoff fühlt sich toll an, ich fühlte mich spontan an eine dünne Wildlederjacke erinnert. Ein echter Handschmeichler!
Weil sich – Elastan sei Dank! – das Material den Bewegungen sehr gut anpasst, kommt mir der Begriff „zweite Haut“ in den Sinn. Nichts engt ein, nichts drückt, alles schön und angenehm.

Größe M passt mir wie angegossen, mit einem Wermutstropfen: die Ärmel müssten mindestens drei, vier Zentimeter länger sein. Selbst wenn ich die Arme nur herunter hängen lasse, enden sie knapp hinter den Handgelenken. Das schaut nicht nur affenartig aus, es wird auch kalt an den Unterarmen.

Laufen, Wandern
Bedingungen: ca. -5 bis +10 °C, bedeckt, windig, teilweise Regen
Drunter: Craft Zero Longsleeve, bei kaltem Wetter zusätzlich Craft Shift Pullover
Als ich die Jacke neu hatte, war der Winter gerade auf höhere Temperaturen von zehn Grad über Null eingestellt. Dass es mir in der Softshell arg warm werden würde, hatte ich erwartet. Ausprobiert habe ich sie trotzdem auf einem kurzen Läufchen; meine Neugier war größer als die Vernunft. Freilich habe ich geschwitzt! Allzu atmungsaktiv ist sie übrigens nicht, schon bei leichtem Trab fühlte ich mich feucht.

Als der Winter mit Temperaturen um und knapp unter Null, dazu frischem Wind, endlich zurückkehrte, schlug die Stunde der Sub Zero Softshell. Mit einer oder zwei Schichten drunter war mir mollig warm, egal was das Wetter tat.

Und der herrlich hohe Kragen wurd‘ mein Freund an windig kalten Tagen.

Laufen ist meiner Meinung nach nicht die Domäne dieser Jacke. Es geht zwar, wenn’s kalt wird sogar sehr gut, nur kommt mir der Einsatzbereich auf richtig kaltes, windiges Wetter begrenzt vor. Um einen Vergleich zu haben, zog ich einmal die Kombination aus duperdünner Windjacke und Pulli, also reine Laufklamotten, an. Die Softshell wirkte dagegen mehr nach „Jacke“.
Das heisst: Laufen geht zwar, muss aber nicht immer sein. Ganz anders beim Wandern. die Sub Zero Softshell wurde flugs zu meiner Lieblingsjacke dafür. Entweder trug ich sie von Beginn an, was natürlich von Wetter und Situation abhing, oder sie wartete im Rucksack auf die nächste Rast.
Leichter Regen perlt an der Außenseite der Jacke ab. Damit Wasser durchkommt, hätte ich mich deutlich länger draußen aufhalten müssen.

Und der herrlich hohe Kragen wurd‘ mein Freund an windig kalten Tagen.

Fazit
Die Sub Zero Softshell ist eine echte Universaljacke. Ein Generalist unter den Kleidungsstücken, wenn man so will.
So lange es weder wie aus Eimern gießt, saukalt ist oder Tempotraining ansteht, macht man mit ihr alles richtig: winddicht, leidlich warm, hält sie bei Regen trocken.
Über die Länge der Ärmel hatte ich schon gemeckert, ansonsten: Klasse Teil.
Kaufen kann man Sub Zero übrigens im Internet unter http://www.subzero.co.uk/

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Und der herrlich hohe Kragen wurd' mein Freund an windig kalten Tagen.

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angeraute Innenseite

Ausgleichssport (4): Seilhüpfen

Seilhüpfen. Ich kann mich noch an die Schule erinnern. Wir hatten Hanfseile, die in der Mitte etwas dicker waren, um mehr Schwung hinzukriegen. Ich meinerseits war zwar nie in der Mitte dick gewesen, stand mit den Dingern aber auf Kriegsfuß. Das Mistseil hatte nichts Sinnvolleres im Sinn, als sich in meinen Füßen zu verheddern. Dabei sollte es elegant unter diesen hindurchschwingen.
Voller Bewunderung bestaunte ich Leute, die es draufhatten. Unfassbar. Leichtfüßig, die Sohlen kaum vom Boden abhebend, das Seil in atemberaubendem Tempo schwingend, konnten sie sogar noch lächeln.
Faszinierend. Und doch unerreichbar.
„Unerreichbar? Das werden wir sehen!“ ermahnte ich mich vor ein paar Monaten, um flugs ein Hüpfseil zu kaufen.

Ich befasse mich mit Seilhüpfen. Jahrzehnte nach der Schule. Allein wes Grundes?

Seilhüpfen ist ein erstklassiges Koordinationsträning. Selbst die einfachsten Hüpfer brauchen eine ganze Weile bis sie richtig sitzen, besonders für einen koordinativ-motorisch herausgeforderten Menschen, wie ich einer bin.
Ich habe etliche Sitzungen (ein Scherzchen, ich saß wahrlich nicht) gebraucht, bis ich endlich mehr als zwanzig Umdrehungen am Stück himbekam. Zwischenzeitlich habe ich den Dreh raus.

Wenn ich mich erinnere, wie weh mir die Waden nach dem Träning taten, ist klar, welchen Vorteil des Läuflings Leib aus dieser Träningsform zieht. Neben etlichen anderen.

Ich zähle kurz auf:
– der Puls lässt sich ordentlich nach oben treiben
– wie gesagt: die Koordination
– und die Beine (Waden- und Fußmuskulatur)
– Handgelenke und Unterarme sind beteiligt, und nicht nur die: der ganze Körper ist dabei. Die kleinen Sprünge beanspruchen die gesamte Streckmuskulatur des Körpers, Rückenmuskeln inklusive.

Möglichkeiten, um es sich schwerer zu machen, sind reichlich vorhanden. Auf der nach oben offenen IQMS (Ich Quäle Mich Selbst) – Skala liegt die Bandbreite zwischen Null (ich liege im Bett, das Seil neben mir) und „kurz vor der Schnappatmung“.

Ich selbst nutze das Seil gerne, um die aktiven Pausen beim Kettlebelltraining zu gestalten (natürlich schön langsam), als Koordinationsträning, wobei ich mir zum Ziel gesetzt habe, Elemente aus dem Lauf-ABC ins Hüpfen einzubauen.

Auch dann, wenn nur wenig Zeit ist, greife ich zwischenzeitlich lieber zum Seil als zu den Schuhen. 5 bis 10 Minuten sind beim Laufen so gut wie nichts, beim Rope Skipping (um den zeitgemäßen Begriff zu verwenden) reden wir von einer ordentlichen Träningseinheit, die fürs Laufen wiederum mehr bringt, als, eben Laufen.

Eines klappt nicht, jedenfalls nicht bei mir: diese Träningsform eignet sich nicht für den frühen Morgen. „Koordination“, das kann ich nach dem Aufstehen nichtmal schreiben. Geschweige denn tun.
Tagsüber, oder abends ist dann Gelegenheit für Träning nach dem Motto „flinke Füße für den schnellen Fuß“.