Laufen hält schlau. Hält Laufen schlau? Schlaucht Laufen?

Es ist herrlich! Eine Studie belegt, dass Laufen schlau macht. Zumindest Demenz verhindert. Möglicherweise auch nicht, wer weiss das schon genau. Hauptsache ist ohnehin, dass der gemeine Läufling sich bestätigt sieht!

Wir Läuflinge haben es „schon immer“ gewusst: Laufen macht schlau!
Für alle, die glauben, dass ihr liebste Zeitvertreib einer Rechtfertigung bedarf, hat die Wissenschaft zitierfähige Studien veröffentlicht, aufbereitet und vorverdaut von keiner geringeren Publikation als der hochseriösen Frankfurter Allgemeinen Zeitung vor einem knappen Jahr.

So ganz klar scheint indes nicht zu sein, wo der Zusammenhang zwischen weniger Demenzrisiko und körperlicher Aktivität liegt. Wird ein Läufling deshalb nicht dement, weil er läuft? Laufen als Impfung gegen Demenz? Eventuell ist es auch ganz anders, und Leute mit niedrigem Demenzrisiko tragen den Drang zum Laufen in sich. Menschen mit der Befähigung zum Gebären menschlichen Nachwuchses neigen tendenziell auch dazu, Brüste zu entwickeln.

Vielleicht gibt es nur einen statistischen Zusammenhang? Ach, Statistik! Bei solchen Artikeln sind die Leserkommentare immer ein Genuss. Man kann sich drauf verlassen, dass irgendjemand auf den Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation hinweist. Was ich persönlich übrigens sehr löblich finde. Genauso löblich wie den Hinweis eines anderen Kommentators, eine der Studien sei von adidas finanziert worden. Einen Nachweis liefert er dafür leider nicht, andererseits: wer würde sich wundern?

Und, ehrlich: was kümmert’s mich, ob eine industriefinanzierte Studie mir mitteilt, dass das, was ich sowieso tue, gut und richtig ist? Eben. Wir wollen doch alle bestätigt werden! Solch ein bezahltes Schulterklopfen kommt uns überaus gelegen.
Da fällt mir ein: Warum schreibt eigentlich kein Psychologe einen Artikel, in dem ich lesen darf, dass ich glücklich bin, wenn ich Dinge tue, die mir Spaß machen – was wiederum zu meinem Wohlbefinden und somit zu meiner Gesundheit beiträgt?

Laufen macht glücklich.

Und zwar Menschen, die vom Laufen glücklich werden können.

Die armen Trinker.

Saufen macht blöd, fett, depressiv und impotent.

Als Läufling hat man da eine bessere Prognose.

Der Artikel stellt übrigens ehrlicherweise heraus, dass den Forschern nicht so ganz klar ist, wie die Zusammenhänge aussehen. Es wird halt viel vermutet, Thesen aufgestellt, geprüft, bestätigt oder verworfen. Auch die Frage der Dosis scheint (noch so ein Konjunktiv) weiter offen zu sein. Aber auch wenn der Zusammenhang nur vorhanden „scheint“, lese ich derlei natürlich gerne. Bis auf diesen einen Satz, der da lautet „weil auch viele andere Hirnkrankheiten ganz offensichtlich von körperlicher Aktivität profitieren“.
Das beuhnruhigt mich.
Ich will nicht, dass irgendwelche Hirnkrankheiten von meinem Sport profitieren.
Dahinschrumpeln sollen sie!
Ich beschließe, fest an eine unglückliche Formulierung zu glauben.

Macht Laufen jetzt schlau?

Nichts genaues weiß man nicht.

Bis auf: Laufen macht Spaß

Liebe Biotechnologen…

Die Biotechnologie bringt erstaunliche Dinge hervor: Mäuse mit Menschenohr auf dem Rücken, Klonschafe, oder Mais, der sich per SMS meldet, wenn er reif ist. Kinderkram. Kümmert euch doch bitte um wichtige Themen!

Ich bin wirklich verblüfft, was die Biotechnologie so hervorbringt.
Spontan kommt mir das Klonschaf Dolly von vor Jahrzehnten in den Sinn. Klasse Sache, so ein Schaf vom Fließband.
Und der Genmais. Wenn es bei Mais bleibt, denn ich nehme an, bei dieser Pflanze ist es besonders einfach, weshalb sie den Anfang macht. In ein paar Jahren kommt eine SMS vom Apfelbaum, weil er geerntet werden möchte.

War da nicht mal eine Maus, der ein menschliches Ohr am Rücken wächst? Manche Mütter behaupten ihren Sprösslingen gegenüber ja, sie hätten auch hinten Augen – was ich persönlich für eine schamlose Lüge halte. So weit ist die Gentechnik auch wieder nicht.

Trotzdem sind sie beeindruckend, diese Spielereien.

Fingerübungen.

Aphorismen, verfasst in der Sprache der Natur.

Liebe Biotechnogenetiker, ich finde, ihr habt lange genug herumgealbert. Der Ernst des Lebens wartet.
Nehmt euch endlich eines wirklich wichtigen Problems an.

Warum, so frage ich mich, verhält sich der menschliche Körper so wenig kohärent? Hautflächen sind bereit, Hornhaut als Schutzschicht zu bilden, wenn sie mechanischer Belastung ausgesetzt sind. Ein wenig Gartenarbeit führt zu Schwielen an den Händen. Wenn ich fleißig mit der Kettlebell trainiere, muss ich meine Handflächen mit ebensolchem Fleiß pflegen. Und der Läufling an sich kennt das Thema Fußpflege zur Genüge.

Alles passt sich an Belastungen an.

Fast alles.

Außer Brustwarzen.

Brustwarzen wollen abgeklebt werden. Es ist ihnen offenkundig vollkommen egal, dass andere Körperteile schon längst den Vorzug des Anpassens erkannt haben. Überleben durch Anpassung? Brustwarzen als Spezies wären schon längst ausgestorben. In der Zeitung könnten wir lesen, das letzte Brustwarzenpaar sei beim London Marathon des Jahres 1992 verendet. Die Überresste in Form eines befleckten Laufshirts würden wir im British Museum bewundern können.
Weniger zur Arterhaltung, sondern zum Vermeiden unangenehmen Reibens kleben wir brav ab. Vor jedem größeren Lauf.

Aber: ich verspreche mir viel von der Biotechbranche. Es kann ja nicht so schwer sein, Brustwarzen zu schaffen, die bei Reibung langsam aber sicher eine Schicht Hornhaut entwickeln. Handflächen können es. Fußsohlen auch. Bitte auch Brustwarzen.

Irgendwer wird jetzt wahrscheinlich den Gedanken hegen, Hornhaut auf den Brustwarzen könnte möglicherweise das Säugen des Nachwuchses erschweren.
Ich möchte dem entgegenhalten, dass ich – Geschlecht: Mann – keineswegs die Absicht habe, jemals einen Säugling zu säugen. Ich denke, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich behaupte, dass ich hier für die meisten Geschlechtsgenossen spreche. Wenn es um die Erhaltung der menschlichen Art durch Fortpflanzung und Aufzucht geht, finde ich die serienmäßig mitgelieferten Werkzeuge sinnvoll zwischen Mann und Frau aufgeteilt. Ich möchte die mir mitgegebenen Werkzeuge behalten. Da bin ich ganz konservativ.
Kurzum: ich brauche meine Brustwarzen nicht als Öffnungen für die Nahrungszufuhr junger Menschen. Demnach darf der männliche Nippel ohne Funktionseinbußen Hornhaut entwickeln.

Und die Frauen?

Ach, das Genderthema, dem ich mich gern stelle. Es spricht nichts dagegen, die Bildung von Hornhaut während der Stillzeit zu unterbinden. Eine kleine Erschwernis in der Aufgabenstellung – aber, liebe Genetiker, ich bin sicher, dass ihr auch das hinkriegt.

Rasant wie der Fortschritt hinfort schreitet, kann es nicht mehr allzu lange dauern.
Ich für meinen Teil verzichte jedenfalls darauf, Aktien von Pflasterfabriken zu kaufen. Wenn Nippel nicht mehr schutzbedürftig sind, wird der Verkauf von Pflastern einbrechen.

Zuvor gilt es, die Biotechnologiebranche auf den rechten Weg zu bringen.

Freiheit für Läufer – Hornhaut auf die Nippel!

Doping-Impfung: Sieben goldene Regeln

Doping, so glaubten viele Athleten, Doping haben nur die anderen. Bis zu dem Moment, an dem sie selbst betroffen waren. Doping, soviel ist klar: kann jedem passieren!

Die Fälle der letzten Jahre zeigen vor allem Dingen eines: kaum einer der aufgefallenen Sportler hatte gedopt. Man verstehe mich nicht falsch: freilich waren diverse Proben positiv, und natürlich konnte vieles nachgewiesen werden. Ich will auf etwas anderes hinaus: „hatte gedopt“ bedeutet, der betreffende Sportler war selbst aktiv. Vorsätzlich, absichtlich und so weiter.
Stattdessen beteueren die meisten, sie hätten von nichts gewusst. Unglückliche Umstände seien es gewesen, die zu den positiven Analysen ihrer Pipiprobe geführt. Sie haben nicht, sie wurden gedopt.

Das Schicksal kann so grausam sein. Ein einziges Mal ist der Sportler kurz unaufmerksam, und schon ist es passiert.

Eine Zeitlang freut er sich noch, dass das Träning endlich Wirkung zeigt – „hätte nie gedacht, dass ich so schnell sein kann…“. Bis die Stimme des Prüfers zur Toilette ruft. Dann schwappt sie gelb im Becher, die verräterische Flüssigkeit.

Schnell wurde er, der Sportler.

Sehr schnell.

Und zwar zum Opfer.

Darf ich überhaupt „Opfer“ schreiben? Oder ist die korrekte Schreibweise „Opfa“?
Ob Opfa oder Opfer, der Sportler ist dem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert. Doping-Fettnäpfchen lassen sich umgehen, indem er sieben goldene Regeln beherzigt:

1) schwarze Magie
Wer erinnert sich noch an den Langläufer Johann Mühlegg? Auf ihm lastete der Fluch seines Trainers. Ein Fluch, der nicht einmal durch die Einnahme eines speziellen Wässerchens gebrochen wurde. Jenes Wässerchen war durch eine Dame, die mit höheren Mächten in Verbindung steht, geweiht worden.
Wir lernen daraus: ein Trainer, der sich in schwarzem Umhang und spitzem Hut kleidet, ist zumindest verdächtig. Murmelt er unverständliches Zeug, während er Pulver in grünlich brodelnde Flüssigkeiten streut, ist höchste Vorsicht geboten. Am besten sofort das Weite suchen, bevor der Fluch zu wirken beginnt.

2) Körperpflege
Selbst scheinbar harmlose Mittel wie Zahnpasta können Anteile leistungssteigernder Substanzen enthalten. Wer glaubt, alle Inhaltsstoffe seien im Prinzip legal, der irrt – es wäre nicht das erste Mal, dass übertriebene Körperhygiene eine sportliche Karriere beendet. Es mag gesellschaftlichen Konventionen zuwiderlaufen, wenn ich dazu rate, jedwede Körperpflege einzustellen, aber: sicher ist sicher. Besser miefend auf dem Treppchen als duftend auf der Tribüne!

3) Fingernägel
Stilikone der 1980er Jahre: Florence Griffith-Joyner, deren Fingernägel eine ganze Generation prägten. Leider tauchten Zweifel auf, ob ihre Leistungen mit rechten Dingen zustande kamen. Daher, auch wenn es schwer fällt: Maniküre nur in Form eines radikalen Kahlschlags!

4) Sportart
Noch ist es nicht nachgewiesen, eine These besagt, dass bereits die Wahl der Sportart Doping im Körper auslösen kann. Ersten Untersuchungen zufolge erhöht Rad- und Schwimmsport das Dopingrisiko vergleichbar wie Rauchen die Gefahr von Lungenkrebs. Rauche, und du bekommst Krebs; schwimme, und du bekommst Doping.
Es empfiehlt sich daher, auf risikoarme Sportarten wie Schach oder Skat auszuweichen.

5) Ärzte
Wir bleiben beim Radsport. Finger weg von Ärzten lautet die klare Ansage! Nicht nur Fuentes, nicht nur Südeuropäer, jeder Arzt ist ein Risiko! Sicherheitshalber kann der Leistungssportler sich beim Mentalträner eine gepflegte Weißkittelallergie antherapieren lassen, falls er die Gefahr eines Rückfalls bei sich vermutet.

6) Nahrungsergänzung
Selbst das, was wir tagtäglich mit unserer Nahrung zu uns nehmen, ist bedenklich. Da fliegt man frohgemut zur Olympiade, im Gepäck ein paar nahrungsergänzende Pillen – und was passiert? Prompt infiziert man sich mit Doping. Da erinnern wir uns an den bekannten Spruch, welcher da lautet: iss nur die Sachen, die auch deine Oma als Essen erkannt hätte.

7) Gentechnik
Denken wir an Gentechnik und Sport, kommen chinesische Schwimmer in den Sinn, die in der Damenmannschaft starteten. Oder waren es Schwimmerinnen im Prozess der Geschlechtsumwandlung? Ein Unfall gar, weil das Bartwuchsmittel Brüste sprießen liess?
Des Rätsels Lösung ist wahrscheinlich völlig banal: wir stehen am Beginn eines Forschungsprojektes. Zunächst testet man einfache Veränderungen. Bärte, nicht zum Umhängen, sondern zum selbstwachsen. Wenn das zuverlässig klappt, folgen anspruchsvollere Aufgaben, wie etwa Schwimmhäute.
Die Entwicklung, so meine These, findet ihren Höhepunkt darin, dass wir „Badenixe“ genau so wörtlich verstehen dürfen, wie es Märchen schon lange suggerieren. Meerjungfrauen werden die Weltrekorde künftig unter sich ausmachen.

Und Jungfrauen bleiben.

Wie soll das auch gehen, bei dem Unterleib?

Es sei, wie es sei – im Interesse eines geregelten Geschlechtslebens und niedrigem Dopingrisiko sei Gentechnik tabu.

Fazit
Doping muss nicht sein! Natürlich bleibt ein geringes Restrisiko, denn von irgendwas müssen auch Sportler schließlich leben. Genveränderte Nahrungsmittel können als unbedenklich gelten, bei genverändernden (Achtung: genau lesen!) bin ich mir nicht sicher.

Wenn mir demnächst Brüste wachsen, ist mein Müsli schuld.

Discover New Blogs

Nominiert kommt wohl von Nomen, also dem Namen. Und wenn man einen hat, kann man benannt – nominiert – werden. Das Lauferei ist jetzt auch ein Nominierter! Discover New Blogs heißt das Spiel. Viel Spaß beim Entdecken!

Mir sind öfter schon Blogs aufgefallen, die Fragen anderer Blogger beantworten, bevor sie sie ihrerseits kettenbriefartig weiterleiten. Ich habe mich nicht näher damit befasst – bis jetzt. Als Nominierter habe ich nämlich Anlass, mir genauer anzuschauen, worum es dabei eigentlich geht. Thomas hat mich auf seinem Blog Whiteytah nominiert. Kaum zu fassen, ich fühle mich gebauchpinselt!
Nominiert heißt in dem Fall auch aktiviert, ich will ja wissen, worum es geht!

Der Sinn und Zweck des Ganzen besteht darin, Blogs bekannter zu machen. Und das Mittel dazu erinnert mich an Kettenbriefe, zu denen ich ein etwas zwiegespaltenes Verhältnis habe. Thomas schreibt selbst zu Recht, dass, wenn jeder Blogger seinerseits elf weitere Blogger erfolgreich animiert, in wenigen Wochen die gesamte Weltbevölkerung beteiligt gewesen sein wird. Aber egal, ich sehe es als witziges Spiel.

Die Regeln des Spiels

  • Verlinkt die Person, die Euch nominiert hat.
  • Beantwortet die 11 Fragen, die die Person Euch gestellt hat.
  • Sucht Euch 11 Blogger, die unter 200 Follower haben und nominiert sie.
  • Überlegt Euch selbst 11 Fragen für Eure 11 Nominierten.

Rede & Antworten, gestanden von mir
1. Was ist Dein Antrieb beim Bloggen?
Kreativität ausleben. Ich hab‘ mir irgendwann gedacht, mir platzt die Rübe vor Ideen. Der Blog ist ein Ventil dafür. Er wird nicht das einzige bleiben…

2. Welches Thema über das Du bereits gebloggt hast, hat Dich am meisten berührt?
Ich lasse mal Ereignisse weg, die mich beeindruckt haben (zum Beispiel letztes Jahr endlich den KUT zu finishen).
Richtig Spaß macht mir der Blick über den Tellerrand, bei dem ich andere Aspekte im Mantel des Sports in die Party hineinschmuggele. Sowas wie Qualität, Unternehmertum oder die Medienlandschaft.

3. Über welches Thema würdest Du gerne einmal bloggen?
Kreativität, Wissensmanagement und Innovation. Weil ich den Fokus nicht ganz aus den Augen verlieren will, muss ich dafür einen anderen Rahmen finden.

4. Worüber würdest Du nicht bloggen?
Über Dinge, die mich nicht interessieren und über solche Themen, die ich nicht breittreten will. Ich bin kein Lifeblogger. 😉

5. Welche Blogs liest Du am liebsten?
Das wechselt je nach Laune und Interesse. Ich tippe eine Handvoll ab, die mir gerade präsent sind, das dürfte die Realität halbwegs wiedergeben:
http://www.irunfar.com/
http://www.atrailrunnersblog.com/
http://www.gizmag.com
http://www.gearweare.com
http://ultraistgut.wordpress.com/
http://www.t3n.com

6. Hast Du zu den Bloggerinnen und Bloggern, deren Blogs Du besonders gerne verfolgst, über den Blog hinaus auch persönlichen Kontakt?
Nein, ich fände es aber cool, welchen zu haben.

7. Hast Du schon Erfahrung mit unqualifizierten, unpassenden oder beleidigenden Kommentaren oder Reaktionen auf Deinen Blog sammeln müssen? Wie bist Du damit umgegangen?
Bisher noch nicht.

8. Hat das Bloggen Deinen Alltag verändert?
Wenn mir irgendwelche komischen Dinge im Kopf herumspuken, kann ich sie manchmal gleich zu einem Artikel verarbeiten. Es kommt öfter vor, dass ich auf dem Heimweg vom Büro eine Idee habe, die ich auf der Fahrt weiterspinne. Zuhause brauche ich den fertigen Artikel bloß noch abtippen.
Ich bilde mir ein, dass meine Netznutzung disziplinierter geworden ist. Den Wochenrhythmus versuche ich so einigermaßen einzuhalen.

9. Ist es für Dich ok, wenn Dein Blog in anderen Blog als “Favorit” verlinkt wird, ohne dass Du vorher Dein Einverständnis gegeben hast?
Klar. Natürlich finde ich es nett, wenn jemand fragt, muss aber nicht.

10. Wie stehst Du zu Werbung in Blogbeiträgen?
Mein erster Gedanke dazu: Was ist Werbung? Wenn ich über einen Lauf schreibe, mache ich genauso Werbung für ihn wie für Laufklamotten, Schuhe, Rucksäcke etc., über die ich berichte. So richtig echte Werbeartikel, für die ich bezahlt werde, würde ich nur schreiben, wenn ich mir das Produkt selbst auch kaufen würde. Vermutlich geht es vielen Bloggern so, was mich an Empfehlungsmarketing erinnert. Bloggen als virtuelle Tupperparty!
Würde ich Banner in einen Beitrag einbinden? Nein. Irgendwo sonst auf der Seite gerne, aber nicht im Artikel.

11. Welche weitere Entwicklung wünschst Du Dir für Dein Blog?
Ich will stilistisch besser werden, den Artikeln sprachlichen Feinschliff verpassen.
Außerdem habe ich mir vorgenommen, mehr zu zeichnen.
Ach ja: möge meine Leserschaft weiter wachsen! 🙂

Die Nominierten

  1. http://ultrafrank.blog.de/
  2. http://n3rdrick.de/
  3. http://koppdaniel.wordpress.com/
  4. http://pfaelzerwaldlaeufer.blogspot.de/
  5. http://happy-body-trainingslog.blogspot.de/
  6. http://regenlaeufer.wordpress.com/
  7. http://www.marathonsammler.de/
  8. http://blog.eigenerweg.com/
  9. http://balschuweit.de/blog2/
  10. http://midlaufcrisis.blog.volksfreund.de/
  11. http://www.laufhannes.de/

Meine Fragen an euch

  1. Wenn du deinen Blog nicht hättest, würdest du…?
  2. Journalist, Künstler,…. als was siehst du dich?
  3. Über welches Thema schreibst du am liebsten?
  4. An wen wendest du dich mit deinem Blog?
  5. Wurdest du außerhalb des Internets schon auf deinen Blog angesprochen?
  6. Woher nimmst du die Ideen für deine Artikel?
  7. Wie siehst du das Thema „kommerzieller Blog“?
  8. Worüber würdest du nicht bloggen?
  9. Von wem würdest du gerne einen Kommentar auf deinem Blog lesen?
  10. Welche Blogs liest du selbst?
  11. Wohin soll die Reise für deinen Blog gehen?

Ich laufe lieber

Ich liebe Autos. Wenn es aber um freudvolles Vorankommen geht, laufe ich lieber. Und das hat nichts mit Spaß an der Bewegung zu tun, denn den habe ich sowieso.

Womit aber dann? Ich laufe einfach los, dann wird schon deutlich werden, was ich meine.

Zuerst ziehe ich meine nagelneuen Laufschuhe an. Die alten waren zwar noch gut, bloß darf ich seit kurzem nur dann im Ort laufen, wenn die Schuhe einen bunten Aufkleber tragen. Wie früher die Stadtmauern sollen nämlich jetzt Schilder die Städte schützen. Angeblich seien die Ausdünstungen der Sportlerfüße ungesund. So ganz lässt sich das zwar nicht nachweisen, aber Hauptsache, der Bürger hat den Eindruck, die Obrigkeit tut etwas. Daher die neuen Schuhe.

Meine übliche Runde führt mich aus dem Ort hinaus auf schmale Straßen, die inmitten der Felder verlaufen. Kaum Verkehr, asphaltiert, flach, griffig. Theoretisch ein ideales Gefilde für Tempotraining, wären da nicht die zur Mäßigung mahnenden Zeichen. Schneller als 7 Minuten pro km darf ich nicht. Freilich könnte ich hoffen, dass ich nicht erwischt werde, oder darauf, dass mich ein Spurt über den umgepflügten Acker vor einem der neulich eingeführten Laufpolizisten rettet. Aber, und das ist ein großes aber: mit den Laufpolizisten ist auch eine Art Nummernschild Vorschrift geworten, die ein jeder Läufling auf der Stirn tragen muss.

7 Minuten pro Kilometer. Oder langsamer. Auf einer geraden, freien, unbelebten Strecke. Eigentlich kann ich fast ins Gehen fallen, die Flugphase lohnt ja kaum. Eher muss ich darauf achten, dass ich nicht einschlafe. Ich falle ins Grübeln über den Sinn verordneter Lahmheit.

Die simple Logik dahinter lautet: langsamer ist sicherer. Am sichersten wäre demnach der Stillstand. Warum ist eigentlich noch niemand darauf gekommen? Ich halte besser die Klappe. Bloß keine schlafenden Hunde wecken. Immerhin: das hält mich wach.

Mit dem Waldrand endet nicht nur der asphaltierte Teil, sondern auch das Tempolimit. Auf dem Schotterweg lasse kann ich es endlich krachen lassen, was ich für ein paar Minuten ausgiebig tue. Jawoll, so macht Laufen Spaß! Kurz darauf laufe ich auf fünf Läuflinge auf, welche wie aufgereiht hintereinander vor sich hin schlurfen. Noch eine Beschränkung? Nein, der vorderste in der Reihe träumt und trottet.

Leider ganz links, und leider ist es höchst illegal, einfach rechts vorbeizurennen.

Was denjenigen in ein Dilemma bringt, der gerne schneller unterwegs sein möchte. Rechts überholen? Verboten, verwerflicher noch als Mord, und beinahe so schlimm wie Steuerbetrug.

Wir dürfen auch nicht auf uns aufmerksam machen, indem wir „hey, lass‘ uns vorbei“ rufen: Nötigung. Ein kurzer Pfiff als Ausdruck von „Entschuldige bitte, ich möchte schneller laufen als du“. Ist auch nicht erlaubt, weil der Angesprochene den Pfiff als „verpiss dich auf die rechte Spur, du Penner“ verstehen könnte. Ich gebe zu, die meisten meinen genau das.

Unsere einzige Möglichkeit besteht darin, den in Morpheus‘ Armen selig schlummernden Schlurfer durch „unvermeidbare, natürliche Lautäußerungen des Körpers“ aufzuwecken. Ein Urteil des Bundesgerichtshofes lässt genau diese Geräusche ausdrücklich zu. Also husten, niesen, rülpsen und räuspern wir uns, was die Lungen hergeben – und das ist einiges, denn das Tempo lässt uns wahrlich genug Luft!

Nach einigen wenigen Minuten geschieht das Wunder: der Schläfer geht nach rechts!

Haben wir ihn geweckt? Nein, er will abbiegen.

Ich genieße die nächsten paar Kilometer im Wald, komme am Abzweig eines herrlichen Single-Trails vorbei, den ich früher gerne gelaufen bin.

Heute darf dort nur noch gegangen werden. „Verkehrstrennung“ heißt das Zauberwort. Single-Trails und Wege unter einem Meter Breite sind für Spaziergänger und Wanderer, darüber für Läufer. Mountainbiker dürfen überhaupt nicht mehr auf normalen Waldwegen fahren, für sie gibt es abgesperrte Areale.

Weil ich keine Lust auf Gehtempo habe, lasse ich den Trail bleiben.

Kurz vor Schluss grüßt wie immer Landvogt Gessler an der Einmündung.

Nicht persönlich, sondern in Gestalt seines Hutes, der in moderner Zeit in Form eines Stoppschildes daherkommt. Ich bleibe brav stehen, die Füße vorschriftsgemäß parallel nebeneinander. Mein Blick geht zuerst nach links, dann nach rechts, um ich davon zu überzeugen, dass wirklich niemand kommt. Freilich sehe ich das schon hundert Meter vorher, oder im langsamen Gehen. Wie sonst eben auch, wenn andere Vorrang haben. Manche Kreuzungen, findet die Obrigkeit offenbar, bedürfen einer besonderen Würdigung. Daher gibt des den modernen Gesslerhut.

Wieder zuhause, bin ich wirklich froh, dass ich beim Laufen noch so viel Freizügigkeit genießen darf. Ich darf loslaufen, wann ich will, und sogar die Strecke frei wählen! Autofahrern geht es in dieser Hinsicht wirklich schlecht. Sie müssen jede Fahrt vorher genehmigen lassen:

Zeitpunkt der Abfahrt, Start- und Zielort, Route, und so weiter. Meine Güte.

Laufen hat die Freiheit, die ich meine.

Deshalb laufe ich lieber.