Test OMM Kamleika Cap

Wenn es darußen stürmt und schüttet, ist ordentliche Kleidung dringend geboten. Wie stehen die Chancen des Läuflings, seinen Kopf mit der Kamleika Cap von OMM auch bei ungemütlichem Wetter in warme Behaglichkeit zu hüllen?

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Wenn es darußen stürmt und schüttet, ist ordentliche Kleidung dringend geboten. Wie stehen die Chancen des Läuflings, seinen Kopf mit der Kamleika Cap von OMM auch bei ungemütlichem Wetter in warme Behaglichkeit zu hüllen?

Material: 100% Polyestergewebe mit PU-Membran.
Farbe: rot

Beschreibung OMM Kamleika Cap
OMM ist nicht nur der Name des Original Mountain Marathon (andere Medien würden schreiben „wir berichteten“, ich sage: hier steht’s: OMM 2013), der alljährlich Ende Oktober, also bei garantiert ungemütlicher Witterung, irgendwo auf den britischen Inseln stattfindet. OMM ist nicht von ungefähr auch ein Hersteller feinster Kleidung für genau diese Art von Einsätzen.

Die Kamleika genannte Serie aus Hose, Jacke und eben der Mütze zeichnet sich neben dem Versprechen, atmungsaktiv und wasserdicht zu sein, vor allem dadurch aus, dass sich das Material in zwei Richtungen dehnen lässt.

In schwarz oder rot umschließt die Mütze den ganzen Kopf, ein langer Schirm sorgt dafür, dass abtropfendes Wasser auch die längste Nase in ausreichend Abstand passiert.

Erster Eindruck
Zuerst fiel mir der sehr weiche, „stoffige“ Griff des Kamleika Materials auf. Außerdem ist es sehr leise, keine Spur des sonst bei wasserdichten Klamotten zu hörenden Raschelns. Der Schirm hat an der Kante eine Drahteinlage, lässt sich also wunderbar anpassen. Am unteren Saum der Mütze finden sich Laschen, um einen Kinnriemen zu befestigen – mehr dazu weiter unten.

Test
Wetter: irgendwo zwischen 5 und 10 °C, stürmischer Wind. Teilweise Regen, teils trocken
Zugegeben, es ist kaum möglich, mit dieser Kopfbedeckung nicht wie ein Vollidiot auszusehen. Das Bild oben beweist es.
Aber bei artgerechter Haltung – die Bedingungen in Wales waren für die Mütze wie geschaffen (strenggenommen verhält es sich umgekehrt, aber wir wollen nicht kleinlich sein) – ist die Optik von nachrangiger Bedeutung.

Viel wichtiger ist es, den Kopf warm und trocken zu halten. Ein wenig Komfort in der rauen Welt.

Die Kamleika Cap hielt, was ich mir versprochen hatte. Zunächst sitzt sie perfekt am Kopf. Perfekt bedeutet in diesem Fall, dass sich noch ein Beanie oder Buff darunter tragen lässt. Zumindest mein Kopf bildete mit der Mütze eine ideale Paarung, mit und ohne Buff drunter.

Ob das Material dehnbar ist oder nicht, scheint mir bei einer Mütze weniger relevant als bei einer Hose. Viel wichtiger ist dagegen: es ist leise. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie nervig es wäre, wenn den ganzen Tag lang irgendwas direkt am Ohr raschelt. Mit Kamleika herrscht wohltuende Ruhe.

Wie war das mit dem Klima? Mein Haupt blieb trocken und warm selbst bei den ganz üblen Phasen, in denen uns Sturm und heftiger Regen ein ständiger Begleiter war. Wobei ich hier insofern einschränken muss, als ich die meiste Zeit zusätzlich die Kapuze meiner Regenjacke trug. Kurze Testphasen – ich wollte schließlich wissen, was die Mütze kann – zeigten: Mütze solo getragen geht!

Den Anlass für die Kapuze gab indes der Sturm. Wir waren morgens gerade aus dem Bus gestiegen, als Noel seinem Kopfschutz hinterher rennen musste. Die erste Bö hatte zugeschlagen. OMM wäre nicht OMM, wenn nicht dafür vorgesorgt wäre, am Saum finden sich zwei Laschen um einen Riemen zu befestigen.
Warum der nicht mitgeliefert wird, verstehe ich indes nicht.
Ich werde jedenfalls nachrüsten.

Eine Allroundmütze will die Kamleika Cap natürlich nicht sein, sie ist der – DER! – Kopfschutz gegen Wind und Regen bei niedrigen Temperaturen. Schnee geht auch, falls es kalt wird, dann muss auf jeden Fall eine weitere Schicht darunter getragen werden, womit das Zwiebelprinzip auch für den Kopf umgesetzt wird.

Sobald es warm oder trocken wird, findet sie ihren Platz im Rucksack. Solcherlei rüde Behandlung steckt sie dank des leicht formbaren Schirms locker weg.

Fazit
In einem Wort: wow. Oder besser: WOW!

Triple L

So wenig überraschend wie das neue Jahr anbrach, so spontan entschloss ich mich, ein verlängertes Wochenende im pfälzischen Maikammer zu verbringen. Triple L steht dabei ausnahmsweise nicht für irgendein Ranking, sondern für drei überaus entspannende Zeitvertreibe: Lesen, Laufen, Lernen. Ich entspanne mich bei einem geistig-körperlichen Trainingslager.

Auf dem Hinweg
So wenig überraschend wie das neue Jahr anbrach, so spontan entschloss ich mich, ein verlängertes Wochenende im pfälzischen Maikammer zu verbringen. Triple L klingt nach irgendeinem miserablen Ranking, meint aber drei entspannende Zeitvertreibe: Lesen, Laufen, Lernen. Ich entspanne mich beim geistig-körperlichen Trainingslager.

Wie es der Zufall wollte, habe ich mein Quartier am Fuße genau des Berges aufgeschlagen, der alljährlich im November Ziel des Kalmit Berglaufes ist: dem 672 m hohen Kalmit. Direkt hinter dem Hotel beginnt ein wunderschöner Wanderweg, der mich nach knapp drei Kilometern gute 350 m nach oben führt. Der richtige Kalmit-Lauf nutzt die Straße, eine Option, die ich mir aus nahe liegenden Gründen verkneife: ich laufe gerne abseits befestigter Wege!

Seit meiner Ankunft vorgestern abend renne, beziehungsweise gehe ich einmal am frühen Nachmittag hinauf, was mein Kopf mit mitleidig-lächelnden Gedanken quittiert. Nichtmal zehn Kilometer am Tag. Erbärmlich. Oberschenkel und Waden halten dem entgegen, dass die dreihundertfuffzich recht zügig zurückgelegten Höhenmeter (unter ’ner halben Stunde) durchaus als Sport durchgehen können.

Ich ensinne mich eines Traumes, den ich vor dem Ausflug hatte: Trugbilder vom frühmorgendlichen Aufstieg waberten schemenhaft vor dem geistigen Auge.

Sport zu einstelligen Uhrzeiten.

Ich bin Morgenmuffel.

Außerdem hab‘ ich Urlaub.

Morgen ist Abreisetag, da sieht die Geschichte leider anders aus. Ich will noch eine etwas längere Runde drehen, um das Felsenmeer ansehen zu können. Feilsche schon den ganzen Tag um jede Minute. 8:01 Uhr ist etwas völlig anderes als 7:59 Uhr, da lasse ich mich von der Mathematik nichts vormachen. Es mögen nur zwei Minuten sein, meiner Meinung nach gibt es Minuten unterschiedlicher Dauer. Und diese beiden Minuten zählen zur besonders langen Sorte!

Was dir, lieber Leser, möglicherweise aufgefallen ist: es gibt Fotos! Auf der gestrigen Erstbesteigung – für mich war es eine, der Kalmit dürfte seine Defloration schon lange vergessen haben – habe ich eine Kamera mitgenommen. Am coolsten fand ich die Unterführung, die Tunnel sehen nicht nur niedrig aus, sie sind es auch!

Weil der Mensch nicht vom Brot (sprich: Laufen) alleine lebt, hatte ich mir eine Kettlebell eingepackt, die ich des Abends auf dem Hotelzimmer benutze. Die besondere Herausforderung liegt dabei in der geringen Größe des Raumes.
Bislang habe ich nichts zertrümmert. Meine anfängliche Befürchtung, das Zimmer würde nach meiner Abreise dem Klischee des über die Stränge geschlagen habenden Rockstars entsprechen, hat sich noch nicht bestätigt. Ich sollte vielleicht anmerken, dass ich jene Rockstars aus jener Zeit meine, in der dem Rock’n’Roll immer Sex & Drugs vorangestellt wurde. Heutzutage scheint sich sogar Punk durch ein hohes Maß an Selbstdisziplin auszuzeichnen, wogegen der bodenständige Volksmusiker beim traditionellen Alkohol geblieben ist.

Doch ich schweife ab.

Worum ging es? Kettlebell.

Abends also Kettlebell, mit eingeflochtenen Körpergewichtsübungen und nachfolgendem Stretching. Wenig erstaunlich, dass ich bei den ballistischen Übungen (Swings und Snatches) das Bergtraining spüre. Platzprobleme bekomme ich nur beim Turkish Get-Up (wer mit Kettlebells weniger vertraut ist: eine erstklassige Ganzkörperübung). Umstellen der Möbel brachte die Lösung!

A propos Bergtraining: ich hatte mir die Regenerations-Strümpfe von CEP eingepackt, die ich zu Testzwecken geschickt bekommen hatte. Und siehe da: ein wenig Druck an den Waden tut nach solchem Training gut! Mit dieser Bemerkung lasse ich es erstmal gut sein, ausführlicher wird’s später.

A propos später: Zeit für die beiden anderen L – Lesen und Lernen.

Auf dass dem gesunden Körper ein ebenso gesunder Geist zur Seite stehen möge.

Veranstalter des Kalmit Berglaufs: TV Maikammer TV Maikammer

Test Mio Alpha

Pulsmessen ohne Brustgurt, diesen Wunsch hegen viele Sportler schon lange. Freilich gewöhnt man sich dran, dennoch scheint es das Tüpfelchen auf dem „i“, wenn nunmehr mit der Mio Alpha eine Sportuhr auf dem Markt ist, die direkt am Handgelenk misst.
Ich hatte Gelegenheit, sie zu testen.

Pulsmessen ohne Brustgurt

Mio alpha

Pulsmessen ohne Brustgurt, diesen Wunsch hegen viele Sportler schon lange. Freilich gewöhnt man sich dran, dennoch scheint es das Tüpfelchen auf dem „i“, wenn nunmehr mit der Mio Alpha eine Sportuhr auf dem Markt ist, die direkt am Handgelenk misst.

Ich hatte Gelegenheit, sie zu testen.

Optischer Eindruck

Das klare Design der Mio gefällt mir. In meinem Fall in schwarz und grau gehalten (es gibt sie auch in Weiß), lässt sie mich an Klassiker von Braun oder Bauhaus denken. Die klare Linie wird auch dadurch unterstützt, dass sie mit nur zwei Tasten auskommt.
Ein optisches Schmankerl ist übrigens das Ladeteil, aus dem das USB-Kabel ausgeklappt wird – die Mio selbst hält sich per Magnet daran fest. Mir ist bloß nicht klar, wieso das Ladeteil an den Kanten Fasen hat, wo die Mio Rundungen trägt. Das Ensemble wirkt dadurch unstimmig.

Funktionen und Bedienung

Die Mio will kein Sportcomputer für das Handgelenk sein, GPS inklusive, sondern eine Ergänzung zum Smartphone. Eine Bluetooth-Schnittstelle sorgt dafür, dass die Daten ihren Weg zur Sport-App finden.
A propos Daten: erfasst werden Herzfrequenz, Uhrzeit und gestoppte Zeit.
Ganz recht, alle weiteren Auswertungen wie Tempo oder Strecke finden im Smartphone statt. Warum nicht?
Denjenigen, die sowieso immer mit Handy unterwegs sind, fehlt als einzige Meßgröße ohnehin nur der Puls – und den liefert die Mio.

Ich wiederum, der ich ohne Telefon laufe, freue mich über die überschaubaren Funktionen: Eine Uhr mit Stoppuhr und Pulsmessung.
Die beiden einzigen Funktionen, die ich zusätzlich begrüßen würde, wären Wegstrecke und Tempo, mit denen die Mio aber nicht mehr das wäre, was sie sein soll.
Also zurück zu dem, wass sie ist.

In einem früheren Beitrag hatte ich erklärt, wieso ich meistens ohne Uhr unterwegs bin, und dass ich die Herzfrequenz nur erfasse, wenn ich die Messung zur Trainingssteuerung nutzen will.
Anders ausgedrückt: ich sammle Daten nicht um des Sammelns willen.

Deshalb mag ich es gerne einfach. Kaloriengedöns und ähnliche Spielereien brauche ich nicht, das ist mir Funktionsballast, der aber leider die Bedienung verkompliziert. Es braucht Zusatzmenus und weitere, mehrfach belegte Tasten.

Die Mio hat dagegen nur zwei Tasten. Keine Untermenus. Ich find’s geil!
Gelernt hat man die Bedienung übrigens in nullkommanix – und damit meine ich alle Funktionen. Noch ein Vorteil.

Damit die Messung am Handgelenk funktioniert, muss die Mio laut Handbuch kurz hinter dem Handgelenk, und relativ eng sitzen. In der Praxis ist das aber weit angenehmer, als ich anfangs dachte. Das Armband braucht nicht mit aller Gewalt festgezogen werden, es muss einfach nur gut anliegen.
Haptisch ist das Silikonarmband übrigens ein Hand- und Armschmeichler!

Auf der Rückseite der Uhr befinden sich die Kontakte für das Ladeteil und der Sensor. Alles macht einen blitzsauber verarbeiteten Eindruck, lediglich der Fugenverlauf zwischen Gehäuse und der Leuchtdiode unterhalb des Displays stört mich.

Messen

Ich hatte die Mio bei unterschiedlicher Witterung – von hitzigen dreißig Grad bis hin zum strömenden Regen – in Gebrauch. Gemessen hat sie immer zuverlässig – die optische Sensorik hat immer tadellos funktioniert. Ablesen lässt sich die Mio übrigens auch bei starkem Lichteinfall sehr gut.

Nun ist das Erfassen einer Meßgröße eine Sache, die präzise Messung eine andere. Anders ausgedrückt: wie genau misst die Mio?
Um das herauszufinden, habe ich mich kurzerhand mit zwei Pulsmessern auf den Weg gemacht. Garmin 305 am einen, Mio Alpha am anderen Arm, fühlte ich mich beinahe als Schwarzmarkthändler.
Es zeigte sich, dass die Messungen beider Uhren um maximal drei Schläge auseinander lagen, wobei die Mio tendenziell unter der Garmin lag.

Bei einem Trainingslauf musste ich grinsen. Mir fiel ein, dass ich mich am Brustgurt zwar nie groß gestört hatte (außer wenn er, älter und geworden, ausleieert und rutscht), ich ihn aber beileibe nicht vermisse.
So ist die Mio gewissermaßen die Antwort auf eine Frage, die unbedingt gestellt werden musste.

Fazit

Cooles Teil, entweder als Ergänzung zum Handy (Herzfrequenz), oder solo.

Vielen Dank an Medisana für die Gelegenheit eines Tests.

Test Aclima Lightwool T-Shirt

Merinowolle scheint mich trotz meiner zarten Haut nicht loszulassen: Aclima aus Norwegen ist seit kurzer Zeit auf dem deutschen Markt aktiv; das habe ich zum Anlass genommen, dem Lightwool T-Shirt auf den Zahn zu fühlen.

IMG_3887Merinowolle scheint mich trotz meiner zarten Haut nicht loszulassen: Aclima aus Norwegen ist seit kurzer Zeit auf dem deutschen Markt aktiv; das habe ich zum Anlass genommen, dem Lightwool T-Shirt auf den Zahn zu fühlen.

Material: 100% Merinowolle, 140 g/m²
Farbe: hellgrau
Gewicht: 152g (gewogen)

Erster Eindruck
Ich hatte beim Test des Icebreaker Longsleeve schon auf meine hochempfindliche Haut hingewiesen. Das Resultat dieses Tests sagte klar, dass auch Merino kratzt.
Andererseits bin ich von den Eigenschaften des Materials „Merino“ immer noch begeistert: Alleine der Klimakomfort fasziniert mich. Wie gesagt: trage ich etwas nicht kratziges drunter, schmelze ich dahin.
Nun also Aclima zum Vergleich. Auf der Herstellerseite ist sogar die Rede von „Soft Merino Wool“. Das sagen sie alle…
Beim Auspacken fasst sich das Shirt superweich an, ich werde mutig.

Test
Wetter: 28 °C, Sonne.
In der Tat, ich trug das Shirt am letzten richtig heißen Tag im September. Der Mut, den ich beim Entpacken spürte, hat zuerst dazu geführt, dass ich es direkt auf der Haut trug. Vorsichtig, ganz vorsichtig begann ich mich damit zu bewegen: kein spürbares Kratzen, so sehr ich auch auf jedwede Meldung meiner hochempfindlichen Hautsensoren achtete. Nichts. Wirklich nichts.

Kurzer Check der Passform: für mich perfekt. Die Nähte verlaufen gerade – wobei die Oberseite der Schultern erfreulicherweise nahtfrei sind. Wer ab und an Rucksäcke trägt, freut sich darüber. Mir fiel auf, dass das Aclima-Shirt etwas länger geschnitten ist, als ich es von anderen T-Shirts gewöhnt bin: sehr gut, denn im Winter bleibt das Hemd in der Hose.

Nachdem jegliches Kratzgefühl ausgeblieben war, fasste ich einen geradezu tollkühnen Entschluss: ich würde jetzt und hier und heute mit genau diesem Oberteil eine Runde laufen. Auf der bloßen Haut!
Zuvor wusch ich den „Neu“-Geruch per Hand im Waschbecken aus, zwei, drei Stunden auf dem Wäscheständer genügten, um einen tragetrockenen Zustand herzustellen.

Dann galt es: restliche Laufklamotten an, T-Shirt auf den bloßen Leib. Ich wusste: wenn ich mal unterwegs bin, gibt es kein Zurück. Die Option, notfalls mit bloßem Oberkörper zu rennen, verbot ich mir im Vorhinein. Heute wollte ich mich in der Tradition großer Ärzte sehen, die sich im Selbstversuch mit tödlichen Krankheitserregern infizierten, um entsprechend motiviert ein Heilmittel zu finden.
Ich gebe zu, dass mein Dienst an der Menschheit ein weit geringerer war. Diese Bescheidenheit sei meine Zier.

Stets auf Signale der Hautoberfläche achtend, lief ich in der prallen Sonne los. Bald begann ich zu schwitzen, und wohl wissend, dass Haut, jedenfalls meine, dann noch empfindsamer auf kratzige Kleidung reagiert, wurde ich noch achtsamer. Indes: nichts. Ja, Merino ist etwas rauer als Funktionsfasern aus Kunststoff, aber das ist auch alles.

Nachdem ich knapp zwei Stunden unterwegs gewesen war, war ich begeistert.

Endlich kann ich den Klimakomfort von Merino beim Sport nutzen! Es ist tatsächlich so, dass die Faser weit mehr Feuchtigkeit aufnimmt als Kunststoffe. Das bedeutet: Temperaturausgleich. Ich kann die Kühlwirkung voll und ganz bestätigen.

Als ich zuhause ankam, hatte das Aclima Lightwool T-Shirt den Komforttest mit Bravour bestanden.

Es folgte ein weiterer Versuch, denn Merino soll ja auch Gerüche unterbinden. Wie gesagt: ich hatte das Teil zwei Stunden lang nassgeschwitzt. Trotzdem konnte ich es noch drei Tage lang tragen, ohne dass sich Gerüche gebildet hätten. Nun mag man einwerfen, dass mein Geruchssinn nicht allzu ausgeprägt ist. Daher hatte ich neben mir selbst einen olfaktorisch hochbegabten Menschen zum Schnuppertest auserkoren: gleiches Ergebnis!

Fazit
Bislang war ich der Ansicht, dass auch Merino kratzt. Aclima Lightwool hat mich eines besseren belehrt: es ist weich genug, dass selbst ich es auf der bloßen Haut trage. Klasse!
Dazu kommen die bekannten Vorteile von Merino, und alles summiert sich zu einem erstklassigen Shirt!
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Test Mountain Kind Trail Blaze

Mountain King, im schönen Newcastle upon Tyne gelegen, ist nach eigenen Angaben der führende Hersteller von Trekkingstöcken im Vereinigten Königreich. Mit dem Trail Blaze gibt es einen superleichten Faltstock aus Aluminium. Wie gut taugt er fürs Trail Running?

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Mountain King Trail Blaze
Mountain King, im schönen Newcastle upon Tyne gelegen, ist nach eigenen Angaben der führende Hersteller von Trekkingstöcken im Vereinigten Königreich. Mit dem Trail Blaze gibt es einen superleichten Faltstock aus Aluminium. Wie gut taugt er fürs Trail Running?

Beschreibung
Die Trail Blaze sind faltbare Stöcke aus Aluminium. In vier Segmente aufgeteilt, sind sie zusammengefaltet knapp 40 cm lang. Für das Trailrunning gedacht, oder als Behelfsstock für andere Aktivitäten, verfügen sie über gepolsterte, atmungsaktive Griffe und Handschlaufen. Zum Lieferumfang gehören Gummikappen, um die Spitzen aus Wolframkarbid abzudecken, kleine Teller und ein Packsack.

Material: Aluminium (Stock)
Farbe: schwarz
Gewicht: 147 g je Stock – Länge 120 cm, mit Gummikappe und Teller (gewogen)

Erster Eindruck
Leicht sind sie, die Dinger! Meine Güte, bei allen zeitgenössischen Werkstoffen darf man Aluminium nicht unterschätzen. Eines fiel mir allerdings schnell auf: Wenn ich die Stöcke auf den Boden stieß, schwangen sie recht lange nach. Faserverstärkte Kunststoffe sind viel ruhiger – der Techniker spricht da von höherer Eigendämpfung.

Zusammengesteck, wird der Stock über eine Schnur vorgespannt, die wiederum mit Klettband unterhalb des Griffes fixiert wird. Interessant, ich kannte solch ein System noch nicht, bin neugierig.
Die Griffe selbst erinnern mich an die Rückenpolsterung von Rucksäcken. Nicht schlecht, mir kommt die Sache nur ziemlich weich vor, die Aluröhre kann ich durch das Polster hindurch ertasten. Mehrere Griffpositionen sind übrigens nicht drin, dafür ist die Griffzone zu kurz.

Die Spitze aus Wolframkarbid ist, nun: Spitze. Ob die Gummikappen allzu lange halten, wage ich aber zu bezweifeln. Ich gebe ihnen eine knappe Stunde, bis sich das Metall hindurchgearbeitet hat.

Test
Wetter: etwa 18 °C, leichter Regen.
Zum Testen begab ich mich auf meine Lieblingsteststrecke: auf einem Teil davon fahren Mountainbiker Downhill, hübsch steil also. Sonst ist von Asphalt über Schotter und steinige Pfade alles dabei, was des trailigen Läuflings Herz begehrt. Zuvor hatte es ausgiebig geregnet, der Weg präsentierte sich also schön feucht.

Es zeigte sich recht schnell, dass die Griffe ihrem Wortsinn nicht ganz so nachkommen, wie ich es erwarten würde. Griffig sind sie nämlich nur im trockenen Zustand, und auch dann ist schnell klar: andere Griffe sind griffiger. Das Netzmaterial bleibt besser am Rucksack.
Zum Glück gibt es die überaus bequemen Handschlaufen. Dass sie nicht verstellbar sind, hat mich nicht weiter gestört.

Nach ein paar Minuten begannen die Segmente bei jedem Schritt zu klicken. Kurzes Nachjustieren der Spannschnüre stellte das ab. Ob die Schnur auch nach einem Tag im Regen hält? Das muss ich noch separat ergründen. Bisher kann ich nur sagen: die Lösung ist simpel und sie funktioniert!

Auf langen Trails werden die Vibrationen des Aluminiumschaftes die Unterarmmuskulatur schneller ermüden lassen als dies bei Kunststoffstöcken der Fall ist. Abhilfe könnte ein Dämpfungselement schaffen, z.B. ein Stück Teerpappe oder Gummi, welches irgendwo in der Mitte auf das Rohl geklebt wird. Ingenieure nennen sowas Schwingungstilger. Das macht den Stock ein paar Gramm schwerer, dafür beruhigt es ihn.

Die Spitzen sind wirklich Spitze. Mit den kleinen Tellern, die ich anfangs nicht montiert hatte, ist gewährleistet, dass man auf weichem Untergrund (Schnee mal ausgenommen) nicht zu tief einsinkt.

Fazit
Mit dem Trail Blaze hat Mountain King keinen herausragenden, aber einen gut verwendbaren Stock auf dem Markt. Die Fixierung über eine Spannschnur ist einfach, aber wirkungsvoll; größtes Manko ist das Material der Griffe.