Unter drei

Die meisten Marathonläufer träumen davon, irgendwann die magische Marke von drei Stunden zu unterschreiten. Nur: wie schafft man dieses Ziel? Ich stelle die drei wichtigsten Methoden mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

Die meisten Marathonläufer träumen davon, irgendwann die magische Marke von drei Stunden zu unterschreiten. Nur: wie schafft man dieses Ziel? Tipps und Tricks gibt es auch für jene Läuflinge, die ihren ersten Marathon schon zum wiederholten Mal gelaufen sind (die Hürde wird bekanntlich jedes Mal niedriger), und nun nach einer neuen Herausforderung suchen.

Unter drei.

Vielmehr: Zweiundvierzigzwei unter drei.

Ihnen kann geholfen werden. Aber welcher Weg ist der Richtige? Wie findet man sich im Methodendschungel zurecht? Ich stelle die drei wichtigsten Methoden mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Dass es sich um genau drei handelt, ist reiner Zufall. Ehrlich! Weniger zufällig ist indes die Auswahl, denn zwei der drei Wege zum Glück sind in der Läuflingsszene – noch! – weitgehend unbekannt.

Erstens: die physisch-trainingsfleißige Methode
Hierbei handelt es sich um die am meisten verbreitete Methode, über die etliche Regalmeter Literatur geschrieben wurden. Ihre verschiedenen Spielarten wurden propagiert, diskutiert, verworfen, verdammt und nach einer gewissen Verweilzeit als Nonplusultra wieder ausgegraben. Sie wurden umgebaut, zerpflückt, neu zusammengesetzt und: sie funktionieren wirklich. Meistens jedenfalls.
Egal unter welchem Namen diese Methode auftritt, sie umfasst hartes physisches Training. In der Tat: viel Schweiß, selten Tränen und nur in Ausnahmefällen etwas Blut (mir ist überhaupt kein Fall bekannt). Physisch-trainingsfleißig trainieren bedeutet: Tempotraining, Streckentraining.

Vorteile
+ sie wirkt nachhaltig. Nach dem anstrengenden Aufbau genügt mehr oder weniger ein Training nach dem Motto Niveau halten. Es strengt zwar immer noch an, lässt dem Läufling immerhin Zeit, sich ein wenig auf seinen Lorbeeren auszuruhen.
+ sie ist ehrlich. Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Trainingsaufwand und Wettkampfzeiten.
+ sie motiviert. Wer sich einen Erfolg einmal hart erarbeitet hat, ist stolz auf die eigene Leistung, und giert nach neuen Herausforderungen. Wer mehr wissen will, fragt Google nach dem High Performance Cycle von Locke / Latham.

Nachteile
– physisch-trainingsfleißig unter drei Stunden zu kommen, strengt an. Über lange Zeit hinweg muss ein hohes Maß an Trainingsdisziplin aufgebracht werden.
– die Methode ist für eine bestimmte Zielgruppe nicht attraktiv. Wer Preis ohne Fleiß will, wird nicht glücklich
– …und es kann lange dauern, bis das Wunschergebnis vorliegt. Wer hat schon Lust, heute hart zu arbeiten, damit im nächsten Jahr die Zielmarke fällt? Jetzt als Couch Potato anmelden, vier Wochen später unter drei, darum geht’s.

Soweit also die bekannteste Methode. Aber es geht auch anders.

Zweitens: Die René’sche Distanz-Optimierung
Sie ist nach meinem Freund René benannt, der seinen eigenen Weg gefunden hat, um seine Traumzeit zu erreichen. In akribischer Vorbereitung gelang es ihm, die Marathondistanz so weit zu optimieren, dass ihm knapp drei Stunden genügten. Der Artikel, auf den ich verweise, berichtet von einem etwas älteren Versuch, der noch länger dauerte. Zwischenzeitlich läuft er zweifuffzich, und marschiert stramm auf zwodreißig zu.

Vorteile
+ die René’sche Distanzoptimierung wirkt sofort. Ich muss etwas einschränken: wenn man geschickt plant. Ganz ohne Vorbereitung geht’s auch hier nicht.
+ wenn es nur um die Zeit in der Ergebnisliste geht: perfekt!

Nachteile
– hoher Planungsaufwand. Renés Methode verlangt, sich akribisch auf den konkreten Marathon vorzubereiten. Sie setzt Kenntnisse über die Streckenführung, öffentliche Verkehrsmittel und strategisch platzierbare Fahrräder voraus. Und wahrscheinlich ist ein Helferteam vonnöten.
– besonders der intellektuelle Aufwand darf keinesfalls unterschätzt werden.
– letzten Endes läuft der Läufling einen distanzoptimierten Marathon. Und das bedeutet, es sind keine 42 Kilometer.
– dass einem solcherlei Tun in Läuflingskreisen einen schlechten Ruf eintragen kann, dürfte jedem klar sein.
– außerdem bewegt sich der nach dem René’schen Prinzip arbeitende Athlet auf sehr dünnem Eis. Als offizieller „unter-drei-Modellathlet“, inoffiziell und real dagegen „unathletischer Schlaffsack“ wird es notwendig sein, sich oftmals gegen Einladungen zum gemeinsamen Träningslauf zu wehren. Besonders wenn diese von Läuflingen ausgesprochen werden, die nach der physisch-trainingsfleißigen Methode trainieren, darf keinesfalls zugesagt werden. Niemals! Wehe dem, der schwach wird. Seine einzige Chance, der Blamage zu entrinnen, besteht im gerade überstandenen Infekt. Und selbst dies funktioniert nicht jeden Monat.

Drittens: Mathematische Interpretation
Als Königsweg mag die Mathematische Interpretation der erreichten Zielzeit dienen. Durch die geschickte Verquickung des Dezimalsystems (also mit 10 als Basis) mit dem für Zeitangaben gewohnten Sexagesimalsystem (Sechzig als Basis) gerät die Traumzeit für fast jedermann in greifbare Nähe. Ohne Tränings- oder sonstigen Aufwand, sogar ohne schneller laufen zu müssen. Statt 3:38 Stunden lief man eben 2:98 – und die Zwei steht vorne!

Vorteile
+ sofortiger Erfolg. Eine Zeit unter drei Stunden stellt sich sofort ein, das Schlagwort instant gratification findet in der mathematischen Interpretation zur Perfektion. Die Methode eignet sich somit vorzüglich für jene Zielgruppe, die eigentlich keinen Sport treiben, und doch in Marathon gut abschneiden will.
+ weder für das Träning, noch für die Erfolgsplanung fällt nennenswerter Aufwand an. Mit ein paar Minuten am Taschenrechner (wenn überhaupt) ist die Wunschzeit da.
+ selbst nachträgliche Korrekturen im Ergebnis sind möglich. Hamburg, 2004: statt 3:25 lief der Läufling erfolgreiche 2:85 Stunden.

Nachteile
– Aber: weil offizielle Ergebnislisten konsequent im 60er System geführt werden, ist ihre Korrektur kaum möglich
– im Vergleich mit der Konkurrenz lässt sich kein Boden gut machen. Wer 2:59 läuft ist trotzdem eine halbe Stunde schneller als der ambitionierte Athlet mit 2:89
– oberhalb von 2:99 Stunden (umgerechnet also 3:39 Stunden) muss in ein alternatives Zahlensystem gewechselt werden. Fünf-Stunden-Läuflinge sollten etwas Hirnschmalz in ihre Bestzeit stecken.

Fazit
Schlussendlich muss ein jeder selbst zu seiner Lieblingsmethode finden. Für mich macht die Möglichkeit nachträglicher Korrektur den besonderen Charme der mathematischen Interpretation aus, falls mich allerdings tatsächlich der Ehrgeiz packen sollte, wäre die physisch-trainingsfleißige Methode der Weg meiner Wahl.

Aber das ist meine persönliche Meinung.

Des Läuflings Schmuck

Der Jäger schmückt sein Wohnzimmer mit Geweihen, während der tapfere Indianerkrieger sein Haupt mit Adlerfedern zieren darf.
Und der Läufling? Medaillen sind zu popelig. Ich hätte da einen Vorschlag….

Viele Menschen haben die Angewohnheit, den Erfolg ihrer Lieblingstätigkeit in Form von Tropähen zur Schau zu stellen.
Nehmen wir den Jäger als Beispiel. Wem kommt da nicht die gute Stube in den Sinn, an deren Wänden abgetrennte Geweihe von Rehen, Gemsen oder Hirschen montiert sind. Dazwischen ein Gemälde eben jenes Zehnenders, der ein letztes Mal im Walde röhrt.
Möbliert ist das Ganze in Eiche rustikal, und der Gedanke an die Kombination von schlichter Bauhausästhetik mit Hirschgeweihen will nur unter Zwang aufkommen. Schwedische Leichtigkeit fällt schon etwas leichter – mächtige Elchschaufeln machen sich gut am Kamin oberhalb des Kiefernsofas.

Dazu passen, der kleineren Ornamentik wegen, aufgespießte Schmetterlinge. Sie verleihen der weißen Wand des Lepidopterologen, die Schmetterlingskundler im Fachjargon heißten, das farbige i-Tüpfelchen, welches in der Wohnung gerade noch gefehlt hat. Im Gegensatz zum Elch hat der schmetternde Ling übrigens die Genugtuung, dass er mit seinem gesamten Körper zum Stolze seines Jägers beiträgt.

Ich hatte kurz überlegt, inwieweit ein gut gefülltes Kriegsgefangenenlager als Trophäensammlung herhalten könnte, diese Idee jedoch rasch verworfen. Es fehlt der persönliche Bezug. Auch ein Vlad Tepes, den wir als Vorbild des Grafen Dacula kennen, dürfte seine gepfählten Opfer weder eigenhändig, noch zur Hebung des eigenen Selbstbewusstseins oder gar aus stilistischen Erwägungen am Straßenrand aufgestellt haben.

Nein, derlei schließe ich aus.

Anders verhält es sich dagegen bei Adlerfedern, welche dem Indianer als Ausweis seiner Tapferkeit dienten. Winnetou kommt in den Filmen vergleichsweise nackt daher – das wundert mich, denn Karl May beschreibt ihn in seinen Romanen als überaus mutig.
Vogelfedern als Symbol für Mut, besonders im Zwist mit Feinden.
Andere Kulturkreise sind da direkter, anstelle vom Gefieder eines unbeteiligten Flüglings greift man nicht nur die Gelegenheit, sondern gleich den erschlagenen Feind beim Schopfe, um ihm ebendiesen abzutrennen. Den solcherart erbeuteten Skalp trägt man am Gürtel.
Wer nach mehr strebt, bastelt sich einen hübschen Schrumpfkopf, statt sich mit einem Haarteil zu bescheiden. Ob man mit diesem das Wohnzimmer, oder sich selbst dekoriert, entzieht sich meiner Kenntnis.

Die Kultur der Westmänner (sorry, werte Damen) brachte auch eine Sitte hervor, die mich zu meiner Idee des Trophäenschmucks für Läuflinge brachte: Krallen erjagter Bären pflegte der westliche Waidmann auf eine Schnur zu fädeln, die er als Kette um den Hals trug.
Plötzlich fiel es mir wie Schuppen vom Fisch. Der Läufling bastelt seine Kette mit abgefallenen Fußnägeln!

Wer kennt nicht den Zustand, in dem die Zahl der Zehen nicht mit den abgezählten Nägeln übereinstimmt? Abgefallene Nägel berechtigen als Ausweis ertragener Qualen mindestens ebenso zum Posen wie erlegte Tiger.

Aber Vorsicht: Betrügen ist unsportlich. Wehe, jemand lässt sich einfallen, dass er den nächsten Marathon mit extra engen Schuhen läuft. Er zieht sich leicht den Unmut der Läuflingsgemeinde zu – und wir wissen ja, wie so etwas enden kann. Muss ich mehr sagen? Zum Beispiel Schrumpfkopf?

Die Idee gefällt mir.

Schade, dass sie mir nicht fünf Fußnägel früher eingefallen ist.

Schauerlauf

Dichter Nebel empfängt mich, als ich abends die Haustür hinter mir schließe. Am Ortsrand nähere ich mich dem Wald, der düster und schweigend auf mich wartet. Nach einigen Schritten wende ich den Blick zurück: ein fahler Schimmer erinnert mich an Straßenlampen, an erleuchtete Fenster als wollten diese schwachen Lichtpunkte mir das Versprechen von Geborgenheit geben.
Es raschelt im Gebüsch neben mir.

Dichter Nebel empfängt mich, als ich abends die Haustür hinter mir schließe. Am Ortsrand nähere ich mich dem Wald, der düster und schweigend auf mich wartet. Nach einigen Schritten wende ich den Blick zurück: ein fahler Schimmer erinnert mich an Straßenlampen, an erleuchtete Fenster als wollten diese schwachen Lichtpunkte mir das Versprechen von Geborgenheit geben.

Es raschelt im Gebüsch neben mir.

Ich zucke zusammen, meine Nackenhaare stellen sich auf.

Es raschelt wieder.

Es gibt eine Sache, die mich mehr erschreckt als ein Tier, welches im Gebüsch raschelt und wegläuft: nämlich ein Tier, welches im Gebüsch raschelt und nicht wegläuft.
Ich bin nicht langsamer geworden, und so entferne ich mich von Geraschel und mutmaßlichem Tier. Meine Gänsehaut wird mir wohl das Erscheinungsbild eines Igels gegeben haben. Eigentlich müsste meine Laufjacke an unzähligen Stellen von Stacheln durchbohrt sein, was sie, davon überzeuge ich mich kurz, nicht ist.

Weiterlaufen.

Vor mir ist etwas Dunkles auf dem Weg. Irgendein Schatten. Was, wenn ich über eine Leiche stolpere?
Licht wäre schön, mit Stirnlampe sehe ich noch weniger als ohne. Nebel, der mich blendet. Natürlich, sage ich mir, ist das nur ein harmloser Schatten, oder eine Pfütze.

Und falls nicht?

In meinem Kopf entsteht die Vorstellung, wie mein einer Fuß an etwas weichem, schwerem hängenbleibt. Ich strauchele, drehe mich um. Als ich meine Leuchte einschalte und nach unten blicke, sehe ich einen leblos daliegenden Menschen.
Ich wage nicht, ihn anzufassen. Mein Blick irrt hin und her, ich weiss nicht was ich tun soll. Kein Handy dabei, schnell zum Ort zurück. Das ist mir lieber, als neben der Leiche auf das ersehnte Martinshorn zu warten.
Wo eine Leiche liegt, deren leerer Blick mich noch lange verfolgen könnte, lungert ihr Totmacher vielleicht noch im Gebüsch. Vielleicht ist es besser, wenn ich das Licht auslasse. Er könnte mich sehen. Waren das Schritte hinter mir? Lieber schiebe ich die Mütze hoch, um besser horchen zu können. Nein, keine Schritte. Nur Tropfen, die von den nassen Bäumen auf meine Kapuze triefen.

Und keine Leiche.

Nur ein breitgefahrener Erdbrocken.

Letzten Sommer lief ich auf einen Ast zu, der mich von weitem an einen Komodo-Waran erinnerte. Wenn es nun einer gewesen wäre? Vor Wildschweinen könnte ich mich auf einen Baum flüchten – falls ich schnell genug bin. Vor einem Waran nicht, weil die Biester klettern können. Und wie ich gelesen habe, halten sie sich nicht weiter mit dem Jagen auf, sondern sie vertrauen auf den Bakteriencocktail in ihrem Speichel. Ein Biss genügt, um das Objekt der Begierde (in diesem Fall also ich) an einer Infektion zugrunde gehen zu lassen. Mit seinem ausgezeichneten Geruchssinn kann ein Waran gemütlich der Spur des dahinsiechenden Opfers (in diesem Fall also ich) bis zum Ort seines Ablebens folgen. Aas mundet Waranen sowieso besser als lebendiges Fleisch, zudem wehrt sich ein Kadaver (in diesem Fall also ich) nicht. Ich überlege, ob ich es als angebissener Läufling bis zu meiner Behausung schaffen würde. Dann nach ärztlicher Hilfe telefonieren, und der Waran guckt in die Röhre.

Es war wirklich nur ein Ast.

Jedes Mal, wenn ich daran vorbeilief.

Der Wald ist finster, und immer noch herrscht dichter Nebel. Schaurig, ohne dass sich der Schauder begründen ließe. Es ist dieses nicht Benennbare, das den Schrecken stärkt, weil es die Vernunft ausschaltet. Ohne konkrete Dinge findet das Grauen im Kopf statt, der sich vorzüglich mit sich selbst beschäftigt, und sich in die Angst hineinsteigert. Deshalb wirken Bücher besser als Filme, weil jeder Leser seinen eigenen Schrecken erlebt. Tief aus dem Unterbewusstsein. Deshalb löst der menschenleere Wald das unnennbare Grauen in meinem Kopf aus. Meine Angst speist sich selbst, sie lähmt den Verstand, der Rettung bringen könnte. Entrinnen gibt es nicht. Sapere aude, sagt Kant in anderem Zusammenhang: Habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen. Doch der Mut schwindet mit jedem Schritt.

Ich drehe mich um.

Nichts.

Natürlich nicht. Kaum Geräusche, der Nebel verschluckt die vertrauten Laute, die sonst ein wenig Halt geben.
Meine Nackenhaare stellen sich wieder auf. Ich sehe auf die Uhr: halb zehn. Wenigstens keine Gespenster, Geisterstunde ist erst ab zwölf.

Halt!

In welcher Zeitzone?

Woher wissen Geister, wie spät es ist? Interessieren sie sich, für Sommer- und Winterzeit? Plausibel scheint mir, dass sie sich den Zeitzonen anpassen. Damit dürfte das geklärt sein.

Puh.

Was ist mit Vampiren?

Ein Holzpflock durchs Herz soll helfen, ich frage mich nur, ob ein Vampir lange genug stillhält. Vielleicht sollte ich mir eine Armbrust beschaffen. Nein, zu sperrig. Eine Art Harpune vielleicht?
Oder ein Kreuz. Rettet es auch Atheisten? Ich stelle mir außerdem vor, wie ich dem Vampir ein Kruzifix hinstrecke. Mit siegesgewissem Blick und fester Stimme sage ich zu ihm Vade Retro, zuversichtlich, dass er winselnd davonrennt. Zu meinem Erstaunen lächelt der Vampir Netter Versuch, aber das ist ein katholisches Kruzifix. Ich bin evangelisch., bevor er sich mir, besonders meinem Hals, mit aufgerissenem Rachen nähert. In einer anderen Schreckensvision hält er mir mit sardonischem Grinsen entgegen Das Ding ist ja nichtmal geweiht, billiger China-Schrott. Sie haben am falschen Ende gespart., bevor er sich mir, besonders meinem Hals…

Vampire sterben bei Sonnenaufgang. Wenn ich nun eine Lampe hätte, die das Lichtspektrum der Sonne nachbildet, könnte ich einen allzu aufdringlichen Beißer problemlos in einen Haufen Asche verwandeln. Ich muss mich unbedingt an einen Lampenhersteller wenden, die Welt braucht solche Lampen! Gerade in Rumänien, der Heimat Draculas, sollten diese reißenden Absatz finden! Vorläufig, bis die Produktion anläuft, muss ich zu anderen Mitteln greifen.

Also doch der Holzpfeil.

Gegen Werwölfe hilft der allerdings nicht, Holz lässt sie völlig unbeeindruckt, stattdessen muss es Silber sein. In früheren Zeiten wurden Silberkugeln verschossen. Witzbolde, soll ich mit Knarre herumlaufen? Erstens ist mir das zu schwer, zweitens schleppe ich schon die Harpune mit mir herum. Wegen der Vampire. Das bringt mich auf eine Idee. Gegen Vampire brauche ich Holz, gegen Werwölfe Silber. Wenn ich die Harpune nun mit einem hybriden Geschoss ausrüste, das aus einem tragenden Stahlkern besteht, der ähnlich wie eine Bleistiftmine mit Holz umhüllt ist, bedarf es nur noch der Silberspitze, und weder Vampire noch Werwölfe sind vor mir sicher.

Anders herum natürlich, ich will schließlich nicht auf die Jagd gehen.

Meine Kontemplationen haben mich beruhigt, ich muss über meine Lust am Schaudern lächeln. Irgendwie macht es Spaß, mit solchen Gedanken herumzuspielen, wenn die Situation schon dazu einlädt. Oft genug diente dunkler, nebelverhangener Wald als Kulisse für grausige Geschichten. Eigentlich lebte und lebt eine ganze Branche davon, das Unnennbare mit den Umbewussten zu verknüpfen, um Angstbilder heraufzubeschwören. Es muss ungenannt bleiben, denn der Verstand tötet die Angst. Deshalb, das ist eigentlich ein simples Prinzip, muss man ihn ausgeschaltet lassen, damit die Phantasie der Psyche auf die Nerven gehen kann.

Plötzlich knackst hinter mir ein Zweig.

Ich renne.

Hetze.

Nackenhaare.

Werde ruhiger.

Verfalle in einen entspannten Trab.

Der Wald lichtet sich, ich nähere mich der Geborgenheit des Ortes. Als mich eine gefrorene Pfütze beinahe zu Fall bringt, hat mich die Realität wieder.

Schauerlauf. Sollte ich öfter tun – vielleicht mal zwischen zwölf und eins?

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Kettlebelltraining nach dem Abendessen. Sehr lehrreich.

Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.
Ich darf mir vor dem Training nicht den Wanst vollschlagen.

usw.

Als ob ich’s nicht wüsste.