Test Feelmax Osma 3

IMG_3763Barfußschuhe, Minimalschuhe, Natural Running. Verwirrend, oder? Das heißt: nicht ganz, wenn ich mir den gemeinsamen Nenner dieser Schlagworte vor Augen halte. Er besteht mehr oder minder in einem Schuh, den man kaum als Schuh wahrnimmt. Der finnische Hersteller Feelmax bietet für ein Beinahe-Barfußgefühl beim Laufen den Osma 3 an.

Beschreibung
Der Osma 3 fühlt sich überaus weich an. Seine Sohle, die aus unterschiedlichen Gummisorten besteht, ist höchst flexibel, während das netzartige Obermaterial sehr atmungsaktiv aussieht. Die Fersenkappe ist an der Innenseite mit einem weichen, wildlederartigen Material gefüttert. Auch das: superweich!

Material: Oben Coolspacer, Velukid Suede
Sohle NatuRun Minimo 2,5 mm, Gummiverbundsohle
Farbe: Sohle schwarz / rot, Obermaterial grau / rot
Gewicht: 181 g je Schuh (gewogen)

Test
Bevor ich die Osma testete, hielt ich es für ratsam, zunächst meine Erwartungen zu formulieren. Wofür will ich die Schuhe verwenden?
Meine bisherigen Erfahrungen mit Minimalschuhen beschränken sich auf ein Paar Strandschuhe, die ich vor ein paar Jahren in Kroatien für eine Handvoll Euro erwarb. Angezogen habe ich sie für Seilhüpfen und Kettlebelltraining wenn mir der Boden zum Barfußtraining zu kalt war, und ich nutzte sie für gelegentliches Lauf-ABC. Wenn ich den lächerlich niedrigen Preis bedenke, haben sie mich nicht enttäuscht.
Nachdem die Osma deutlich besser aussehen, will ich sie außerdem gelegentlich im Alltag tragen.

Erster Eindruck
Die Sohle wirkt, als könnte man sie bei mannigfaltigen Laufeinsätzen verwenden. Das Profil verspricht ausreichend Traktion auch jenseits von Asphalt, dabei ist sie weich genug, um den Fußsohlen das feinsinnige Erfassen des Untergrundes zu erlauben.
Beim Anziehen rollte sich die Zunge ein wenig, so dass ich sie per Hand glattstreifen musste. Danach konnte ich beglückt feststellen: die Osma 3 sind Schuhe für Menschen mit breitem Fuß! Auch wenn die Metapher reichlich ausgelutscht ist, hier passt sie wie die Faust aufs Auge (noch ’ne Metapher….), denn die Osma sitzen wie ein Handschuh am Fuß.
Dazu trägt das Schnürsystem bei, welches nicht nur einen Klemmverschluss aufweist, vor allem dienen Gummischnüre als Schnürsenkel.
Nach wenigen Minuten des Tragens ertappte ich mich beim Blick nach unten. Habe ich wirklich Schuhe an?

Seilhüpfen und Athletik (drinnen)
Wie gesagt: normalerweise trainiere ich barfuß. Ist der Boden dafür zu kalt (oder im schweißtriefenden Sommer zu rutschig), greife ich zu Schuhen.
Der Einsatz definiert, was die Schuhe können müssen: sie dürfen die Sensorik der Fußsohlen nicht beeinträchtigen. Einmal habe ich Seilhüpfen mit Joggingschuhen versucht: furchtbar. Eine dünne, flexible Sohle ohne Sprengung muss also sein.
Außerdem braucht man einen stabilen Stand. Selbst wenn die Schuhe selbst nicht auf dem Untergrund rutschen, kann es immer noch vorkommen, dass der Fuß im Schuh gleitet. Wenn jemand mit einer 24 kg Kettlebell trainiert, während er versucht, in rutschigen, instabilen Schuhen das Gleichgewicht zu halten, sieht das von außen bestimmt lustig aus. Es macht aber keine Freude, derjenige zu sein, der es tut.

Die Osma kommen dem Barfußtraining sehr nahe. Das bedeutet, ich hatte stets gute Rückmeldung von meinen Fußsohlen. Seilhüpfen ging so gut wie sonst. Oder so schlecht, allerdings lag das immer an mir. Und beim Kettlebelltraining hatte ich einen sicheren Stand.

An dieser Stelle will ich hervorheben, dass der atmungsaktive Oberstoff meine Füße hübsch kühl hielt. Selbst im Winter glühen die Füße relativ schnell, und so ist mir jede Belüftung beim Indoortraining hochwillkommen.

Laufen
Es soll ja Leute geben, die sogar Bergmarathons in Barfußschuhen laufen. Mag sein, dass es eine persönliche Entwicklung in diese Richtung gibt, die jeden unausweichlich trifft, der einmal mit „weniger“ Schuh beginnt. Wenn dem so ist, stehe ich noch am Anfang dieser Reise (wenn es denn eine ist). Und so trug ich die Osma beim Tempotraining, für Lauf-ABC und gelegentliches Hügeltraining auf MTB-Downhillstrecken.

Schnell bestätigte sich mein erster Eindruck von den Sohlen, denn sie haben sich gut bewährt, egal was ich mit den Schuhen anstellte. Was ich nicht gemacht habe, waren spitze Steine, oder Schlamm. Denn Trailschuhe sind die Osma nicht.
Davon abgesehen, sind sie auf Asphalt, Gras, aber auch in leichtem Gelände (wie gesagt: Waldwege, Single Trails…) allererste Sahne.
Wie die Badeschuhe lassen die Osma keinen Zweifel am Untergrund, darüber hinaus zeigt sich ein deutlicher Unterschied in dem Sinne, dass die Osma als Laufschuhe konzipiert sind. Er wurde besonders beim Tempotraining auf Asphalt und Waldwegen deutlich.
Lief ich schneller? Nein. Aber das ist nicht der springende Punkt. Ihn kann ich am besten als „Teil des Ganzen sein“ ausdrücken. Nachdem ich zum Vergleich normale Laufschuhe angezogen hatte, fühlte ich mich sofort abgetrennt vom Boden auf dem ich lief. Die Osma machen den Läufer zum Bestandteil des Laufens, und, dessen bin ich sicher, sie tragen dazu bei, das sensomotorische System zu trainieren.

Im Alltag
Das lässt sich kurz sagen: sehen cool aus, superbequem, atmungsaktiv.

Fazit
Als erste „echte“ Barfußschuhe haben mich die Feelmax Osma 3 wahrlich beeindruckt.

6 Gedanken zu „Test Feelmax Osma 3“

  1. Da ist er ja – der Test mit Barfuß-Schuhen, der für mich wie erwartet ausgefallen ist. Ähnliche Erfahrungen habe ich mit dem Barfuß-Schuh von Vivobarefoot, den ich nach wie vor nicht beim Laufen trage, obwohl ich mich bzw. meine Füße und Muskulatur mittlerweile auf Schuhe mit einem Gewicht von 160 g eingestellt habe, traue ich mich (noch) nicht, mit diesem FASTGARNICHTS weitere Strecken zu laufen, weil ich befürchte, dass meine Füße und der ganze Apparat nicht ganz einverstanden mit dieser Radikalkur sein werden !

    Für deine Zwecke zu anderen sportlichen Aktivitäten auf der Matte anstelle von nackischen Füßen absolut gut einsetzbar, auch für Spaziergänge, sogar zum Fahrradfahren – diese Erfahrungen habe ich auch gemacht, zudem meine und auch deine optisch an meinem – und sicherlich auch an deinem – Fuß einen guten Eindruck hinterlassen – finde ich.

    Auf Schotter und Co. allerdings ……….. 🙄 – dazu sind meine Füße nicht bereit – autsch !! 😉

    1. Siehste, du hast mich an etwas erinnert: ich hatte vergessen, das Gewicht der Schuhe anzugeben. Hab’s gleich nachgeholt. Mit 181 g sind sie etwas schwerer als deine Vivobarefoot.

      Heute bin ich eine gute Stunde auf Asphalt und Feldwegen mit den Osma gelaufen, war klasse! Schotter geht auch – wenn die Steine human liegen 😉

  2. Grundsätzlich lese ich nicht allzu gerne Testberichte, da mir diese meistens eine Spur zu trocken sind. Nicht so bei Dir – ich habe geschmunzelt, genickt, gelacht, mir die Situationen vorgestellt, gekichert, wieder genickt und schlussendlich mir beinahe diese Schuhe auch mal angesehen. Allerdings nur beinahe, da erst letzte Woche einige neue Schuhe bei mir eingezogen sind und diese erst einmal getestet werden müssen 🙂

    Liebe Grüsse
    Ariana

    1. Hallo Ariana,
      ich fühle mich geschmeichelt, dass dir mein Test gefallen hat. 🙂
      Jetzt bin ich natürlich neugierig, welche Schuhe du neu gekauft hast – darf ich auf Tests hoffen ?

      Liebe Grüße,
      Harald

      1. Ich habe den Vivobarefoot Trail, den Vivobarefoot One, einen neuen Trekkingschuh und normale Laufschuhe von Asics gekauft – da ist kein Platz mehr für weitere 🙂 Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass die alten Laufschuhe definitiv zu viele Kilometer auf dem Buckel hatten. Vielleicht schreibe ich einmal einen Testbericht dazu 🙂
        Liebe Grüsse
        Ariana

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