Beim Ausdauersport bewege ich mich naturgemäß fort, bin also mobil. Dass in dieser Form gerne unterwegs bin, steht außer Frage; demgegenüber überlege ich mir, ob ich denn ebenso genüsslich auf Reisen bin. Zum Einen bringt die Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen eben jenes Reisen mit sich, zum anderen macht meine frisch angenomme neue Rolle als Account Manager hie und da berufliches Unterwegssein notwendig. Dies brachte mir Anfang April eine schöne, intensive Woche in Japan ein, die mir den Anlass zur eingangs formulierten Frage gab: Verreise ich gerne?
„Verreise ich gerne?“ weiterlesen
Gedanken zum Komfort und seiner Zone
Den Slogan „Raus aus der Komfortzone“ haut man uns bisweilen um die Ohren, freilich mit Begründung, denn „Wachstum findet außerhalb der Komfortzone statt“. „Gedanken zum Komfort und seiner Zone“ weiterlesen
Ausdrucksschwach
Auch wenn Spötter im reichhaltigen Angebot der Emojis eine Rückkehr zur Hieroglyphenschreibweise des alten Ägypten erkennen wollen, sind die Dinger, die wir in Skype, WhatsApp oder Telegram verwenden, doch wirklich praktisch: Wo ein einziges getipptes Emojibild mehr Inhalte rüberbringt, als eine ganze Horder mühevoll getippter Wörter! Und wer tippt schon gerne auf dem Handy? „Ausdrucksschwach“ weiterlesen
Was ist ein Sportler des Jahres?
Wie jedes Jahr werden auch dieses Mal wieder auf verschiedenen Feldern die Sportler des Jahres gewählt. Ich will darauf hinweisen, dass ich diese Behauptung einfach so hier hinschreiben, denn sicher kann ich es nicht sagen, weil ich es nicht konkret mitbekommen, ebenso wenig recherchiert habe. Alleine die Erfahrung der Vergangenheit lässt mich vermuten, dass 2018 keine Ausnahme bei derartigen Veranstaltungen darstellt. Darüber hinaus erinnere ich mich daran, dass es früher viele Sportler des Jahres in verschiedenen Disziplinen gab, und natürlich abhängig vom Geschlecht, was dem erwählten Sportler des Jahres das Binnen-I einbrachte, worauf der geschlechtsneutrale Gattungsbegriff „Sportler“ zum / zur SportlerIn wurde.
Ich habe nie verstanden, was es eigentlich bedeutet, Sportler eines Zeitraumes zu sein. „Was ist ein Sportler des Jahres?“ weiterlesen
Kant, ein Bayer und mein Quadrizeps
Bekanntlich hat Immanuel Kant die Kernprobleme der Philoshopie in drei Fragen formuliert, von denen eine lautet: „Was kann ich wissen?“. Für mich, der sich letzte Woche beim Gewichtheben eine Langhantel auf den linken Oberschenkel fallen ließ, woraufhin ein paar Muskelfasern gerissen sind, heißt die Frage eher: „Was kann ich trainieren?“ Ich bin Optimist, und nach einiger Überlegung kam ich auf ein paar machbare Übungen, oder, wie der Bayer weiß: „A bisserl was geht allerweil.“
Laut Ärztin bedeutet der Faserriss drei Wochen Belastungspause für den betroffenen Muskel, danach vorsichtig gehen oder laufen, um nach fünf bis sechs Wochen wieder voll einsatzfähig zu sein.
Anders formuliert: Je disziplinierter ich den Muskel schone, desto schneller verläuft die Heilung. Doch völlig auf Training verzichten wäre zu einfach, und ich würde das Kind mit dem Bade ausschütten. Ich darf all das tun, wofür ich Quadrizeps nicht brauche. Strenggenommen bezieht sich die Einschränkung nur auf das verletzte linke Bein, einbeinige Kniebeugen mit rechts wären natürlich in Ordnung.
Im Arztgespräch war schon klar, dass Klimmzüge kein Problem darstellen, und Schwimmen mit Pull-Buoy zwischen den Beinen hat die Ärztin ausdrücklich erwähnt. Nach dem Termin habe ich sinniert, welche Übungen wohl außerdem in Frage kämen. Dabei fiel mir auf, dass der Quadrizeps erstaunlich oft beteiligt ist. Er ist es vor allem dann, wenn man – so wie ich – in RKC-Tradition dort auf ordentliche Körperspannung achtet, wo es auf sie ankommt.
Ballistische Übungen mit Kettlebells, also Swings, Cleans und Snatches? Hardstyle verlangt nach der „Standing Plank“, mithin nach einem knallhart angespannten Quadrizeps.
Liegestütze bedingen einen geraden Körper, woran welcher Muskel beteiligt ist? Ihr brauch vermutlich nicht raten.
Vorgebeugtes Rudern? Ich habe es eben ohne Gewicht ausprobiert, um festzustellen, dass auch das nicht ratsam erscheint, weil der Quadrizeps mitarbeitet.
Laufen, Seilspringen und dergleichen brauche ich nicht extra erwähnen, oder?
Kurzum werde ich mich auf den Oberkörper fokussieren, und auch da all das weglassen, was Anspannung des gesamten Körpers erfordert. Das schließt Military Presses ebenso aus wie Roll-Outs mit dem Ab Wheel. Es fällt mir auf, dass ich im letzten Satz gleich drei Anglizismen verwandt habe. Ich suche im Hirn nach den deutschen Übersetzungen und erweitere gleich: Ich gestatte mir weder Schwung- noch Schulterdrücken, auch kein Ausrollen mit diesem Rad, aus dem auf beiden Seiten ein Griff ragt.
Es bleibt neben Schwimmen und den schon erwähnten Klimmzügen aber durchaus die eine oder andere Übung zur Auswahl. Floor Presses mit bewusst locker gelassenen Beinen sollte gehen (verratet mich nicht, ich habe der Ärztin versprochen, die nächsten Wochen kein Eisen zu berühren), Griffkrafttraining auch. Und ich habe noch meine Jonglierbälle…
Alles in Allem sollte es mir gelingen, die nächste Zeit ohne psychische Schäden zu überstehen!