ausbüx’n: Cober Ultra Trail

Cober 1
In den letzten Jahren sah ich öfter gerade Trailstöcke fester Länge, die mich mit einer sehr langen Griffzone erfreuten. So etwas will ich – und begab mich auf die Suche. Fündig wurde ich bei der italienischen Marke Cober, die mit dem Ultra Trail genau solche Stöcke im Programm hat.

Cober 2
Flugs beschuf ich mir ein Paar in fruchtig-frischem Limettengrüngelb, auf dass ich meine Hände künftig frei positionieren möge: bergauf etwas weiter unten, abwärts höher. Nach kurzer Zeit erreichte mich ein langer, schlanker Karton aus Italien….

Cober 3
Die leicht gewellte Griffzone hat vom ersten Eindruck her genau die Härte und Größe wie ich es mir wünsche, dabei bin ich natürlich neugierig, wie griffig das Material bei Wind und Wetter sein wird. Stabil wirkende Schlaufen wecken mein Vertrauen wenn ich etwa daran denke, dass ich mich auf einer langen nächtlichen Bergabpassage müde in sie hinein stütze.

Cober 4
Ordentliche Spitzen machen einen guten Eindruck, im Vergleich zu CFK-Stöcken sind die Cober schwerer und wirken superstabil, wobei “robust” vielleicht der passendere Begriff ist, denn, anders als bei CFK kann ich mir zumindest vorstellen, mit den Ultra Trail ein Wildschwein in die Flucht zu schlagen. Hoffentlich nimmt mich niemand beim Wort, ein stockfuchtelnde Läufling beeindruckt wahrlich keine Sau.

Angesichts meines neuen, hügelig-trailigen und zweifelsohne auch wild beschweinten Laufreviers scharre ich mit den Hufen, um die Cober Ultra Trail auf Herz, Nieren und weitere Innereien zu prüfen.

Test Mountain Kind Trail Blaze

TrailBlaze1

Mountain King Trail Blaze

Mountain King, im schönen Newcastle upon Tyne gelegen, ist nach eigenen Angaben der führende Hersteller von Trekkingstöcken im Vereinigten Königreich. Mit dem Trail Blaze gibt es einen superleichten Faltstock aus Aluminium. Wie gut taugt er fürs Trail Running?

Beschreibung
Die Trail Blaze sind faltbare Stöcke aus Aluminium. In vier Segmente aufgeteilt, sind sie zusammengefaltet knapp 40 cm lang. Für das Trailrunning gedacht, oder als Behelfsstock für andere Aktivitäten, verfügen sie über gepolsterte, atmungsaktive Griffe und Handschlaufen. Zum Lieferumfang gehören Gummikappen, um die Spitzen aus Wolframkarbid abzudecken, kleine Teller und ein Packsack.

Material: Aluminium (Stock)
Farbe: schwarz
Gewicht: 147 g je Stock – Länge 120 cm, mit Gummikappe und Teller (gewogen)

Erster Eindruck
Leicht sind sie, die Dinger! Meine Güte, bei allen zeitgenössischen Werkstoffen darf man Aluminium nicht unterschätzen. Eines fiel mir allerdings schnell auf: Wenn ich die Stöcke auf den Boden stieß, schwangen sie recht lange nach. Faserverstärkte Kunststoffe sind viel ruhiger – der Techniker spricht da von höherer Eigendämpfung.

Zusammengesteck, wird der Stock über eine Schnur vorgespannt, die wiederum mit Klettband unterhalb des Griffes fixiert wird. Interessant, ich kannte solch ein System noch nicht, bin neugierig.
Die Griffe selbst erinnern mich an die Rückenpolsterung von Rucksäcken. Nicht schlecht, mir kommt die Sache nur ziemlich weich vor, die Aluröhre kann ich durch das Polster hindurch ertasten. Mehrere Griffpositionen sind übrigens nicht drin, dafür ist die Griffzone zu kurz.

Die Spitze aus Wolframkarbid ist, nun: Spitze. Ob die Gummikappen allzu lange halten, wage ich aber zu bezweifeln. Ich gebe ihnen eine knappe Stunde, bis sich das Metall hindurchgearbeitet hat.

Test
Wetter: etwa 18 °C, leichter Regen.
Zum Testen begab ich mich auf meine Lieblingsteststrecke: auf einem Teil davon fahren Mountainbiker Downhill, hübsch steil also. Sonst ist von Asphalt über Schotter und steinige Pfade alles dabei, was des trailigen Läuflings Herz begehrt. Zuvor hatte es ausgiebig geregnet, der Weg präsentierte sich also schön feucht.

Es zeigte sich recht schnell, dass die Griffe ihrem Wortsinn nicht ganz so nachkommen, wie ich es erwarten würde. Griffig sind sie nämlich nur im trockenen Zustand, und auch dann ist schnell klar: andere Griffe sind griffiger. Das Netzmaterial bleibt besser am Rucksack.
Zum Glück gibt es die überaus bequemen Handschlaufen. Dass sie nicht verstellbar sind, hat mich nicht weiter gestört.

Nach ein paar Minuten begannen die Segmente bei jedem Schritt zu klicken. Kurzes Nachjustieren der Spannschnüre stellte das ab. Ob die Schnur auch nach einem Tag im Regen hält? Das muss ich noch separat ergründen. Bisher kann ich nur sagen: die Lösung ist simpel und sie funktioniert!

Auf langen Trails werden die Vibrationen des Aluminiumschaftes die Unterarmmuskulatur schneller ermüden lassen als dies bei Kunststoffstöcken der Fall ist. Abhilfe könnte ein Dämpfungselement schaffen, z.B. ein Stück Teerpappe oder Gummi, welches irgendwo in der Mitte auf das Rohl geklebt wird. Ingenieure nennen sowas Schwingungstilger. Das macht den Stock ein paar Gramm schwerer, dafür beruhigt es ihn.

Die Spitzen sind wirklich Spitze. Mit den kleinen Tellern, die ich anfangs nicht montiert hatte, ist gewährleistet, dass man auf weichem Untergrund (Schnee mal ausgenommen) nicht zu tief einsinkt.

Fazit
Mit dem Trail Blaze hat Mountain King keinen herausragenden, aber einen gut verwendbaren Stock auf dem Markt. Die Fixierung über eine Spannschnur ist einfach, aber wirkungsvoll; größtes Manko ist das Material der Griffe.