Test Aclima Lightwool T-Shirt

IMG_3887Merinowolle scheint mich trotz meiner zarten Haut nicht loszulassen: Aclima aus Norwegen ist seit kurzer Zeit auf dem deutschen Markt aktiv; das habe ich zum Anlass genommen, dem Lightwool T-Shirt auf den Zahn zu fühlen.

Material: 100% Merinowolle, 140 g/m²
Farbe: hellgrau
Gewicht: 152g (gewogen)

Erster Eindruck
Ich hatte beim Test des Icebreaker Longsleeve schon auf meine hochempfindliche Haut hingewiesen. Das Resultat dieses Tests sagte klar, dass auch Merino kratzt.
Andererseits bin ich von den Eigenschaften des Materials “Merino” immer noch begeistert: Alleine der Klimakomfort fasziniert mich. Wie gesagt: trage ich etwas nicht kratziges drunter, schmelze ich dahin.
Nun also Aclima zum Vergleich. Auf der Herstellerseite ist sogar die Rede von “Soft Merino Wool”. Das sagen sie alle…
Beim Auspacken fasst sich das Shirt superweich an, ich werde mutig.

Test
Wetter: 28 °C, Sonne.
In der Tat, ich trug das Shirt am letzten richtig heißen Tag im September. Der Mut, den ich beim Entpacken spürte, hat zuerst dazu geführt, dass ich es direkt auf der Haut trug. Vorsichtig, ganz vorsichtig begann ich mich damit zu bewegen: kein spürbares Kratzen, so sehr ich auch auf jedwede Meldung meiner hochempfindlichen Hautsensoren achtete. Nichts. Wirklich nichts.

Kurzer Check der Passform: für mich perfekt. Die Nähte verlaufen gerade – wobei die Oberseite der Schultern erfreulicherweise nahtfrei sind. Wer ab und an Rucksäcke trägt, freut sich darüber. Mir fiel auf, dass das Aclima-Shirt etwas länger geschnitten ist, als ich es von anderen T-Shirts gewöhnt bin: sehr gut, denn im Winter bleibt das Hemd in der Hose.

Nachdem jegliches Kratzgefühl ausgeblieben war, fasste ich einen geradezu tollkühnen Entschluss: ich würde jetzt und hier und heute mit genau diesem Oberteil eine Runde laufen. Auf der bloßen Haut!
Zuvor wusch ich den “Neu”-Geruch per Hand im Waschbecken aus, zwei, drei Stunden auf dem Wäscheständer genügten, um einen tragetrockenen Zustand herzustellen.

Dann galt es: restliche Laufklamotten an, T-Shirt auf den bloßen Leib. Ich wusste: wenn ich mal unterwegs bin, gibt es kein Zurück. Die Option, notfalls mit bloßem Oberkörper zu rennen, verbot ich mir im Vorhinein. Heute wollte ich mich in der Tradition großer Ärzte sehen, die sich im Selbstversuch mit tödlichen Krankheitserregern infizierten, um entsprechend motiviert ein Heilmittel zu finden.
Ich gebe zu, dass mein Dienst an der Menschheit ein weit geringerer war. Diese Bescheidenheit sei meine Zier.

Stets auf Signale der Hautoberfläche achtend, lief ich in der prallen Sonne los. Bald begann ich zu schwitzen, und wohl wissend, dass Haut, jedenfalls meine, dann noch empfindsamer auf kratzige Kleidung reagiert, wurde ich noch achtsamer. Indes: nichts. Ja, Merino ist etwas rauer als Funktionsfasern aus Kunststoff, aber das ist auch alles.

Nachdem ich knapp zwei Stunden unterwegs gewesen war, war ich begeistert.

Endlich kann ich den Klimakomfort von Merino beim Sport nutzen! Es ist tatsächlich so, dass die Faser weit mehr Feuchtigkeit aufnimmt als Kunststoffe. Das bedeutet: Temperaturausgleich. Ich kann die Kühlwirkung voll und ganz bestätigen.

Als ich zuhause ankam, hatte das Aclima Lightwool T-Shirt den Komforttest mit Bravour bestanden.

Es folgte ein weiterer Versuch, denn Merino soll ja auch Gerüche unterbinden. Wie gesagt: ich hatte das Teil zwei Stunden lang nassgeschwitzt. Trotzdem konnte ich es noch drei Tage lang tragen, ohne dass sich Gerüche gebildet hätten. Nun mag man einwerfen, dass mein Geruchssinn nicht allzu ausgeprägt ist. Daher hatte ich neben mir selbst einen olfaktorisch hochbegabten Menschen zum Schnuppertest auserkoren: gleiches Ergebnis!

Fazit
Bislang war ich der Ansicht, dass auch Merino kratzt. Aclima Lightwool hat mich eines besseren belehrt: es ist weich genug, dass selbst ich es auf der bloßen Haut trage. Klasse!
Dazu kommen die bekannten Vorteile von Merino, und alles summiert sich zu einem erstklassigen Shirt!
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