Mit Musik läuft alles besser. Teil 2

Nachdem ich in meinem ersten Beitrag zum Thema Läufe nach ihrer Musik eingeteilt hatte, überlegt ich mir: wie hätt‘ ich es denn gerne? Keine einfache Frage, liebe Läuflinge. Denn wir wissen alle, dass Stimmungsschwankungen während eines Laufes dazu unseren Wunsch nach Ruhe, zwischenmenschlicher Kommunikation oder eben nach Musik in etwa genauso berechenbar machen wie die Flugroute eines Schmetterlings auf einer blühenden Frühlingswiese. Situationsabhängig kann uns der gleiche Song beflügelnd vorantreiben, oder in eine tiefe Krise stürzen.
Davon abgesehen: rede ich von Melodie und Rhythmus, oder passt vielleicht der Text?

Also tippe ich unter Laborbedingungen meine Wunschliste. Was kann ich mir wann vorstellen?

Start
AC/DC: Highway to Hell, auch Stairway to Heaven nehme ich gerne, da bin ich doch ganz im Mainstream verankert.

Irgendwo mittendrin, es tut ein wenig weh
Janis Joplin: Won’t you buy me a Mercedes Benz. Keine Ahnung was ich bei einem Berglauf damit anfangen soll. Anscheinend
ist sie nie Trails gelaufen, sonst hätte sie wohl eher von Hubschraubern gesungen.

Irgendwo mittendrin. Eine AGS-Phase
AGS-Phasen heißen so, weil Alles Ganz Schlimm ist. Lasst mich stehen, sitzen, liegen. Einfach nur still sterben. Bestattet meine Gebeine oder lasst es bleiben. Ist mir egal.
Wie wäre es mit Ministry: Scarecrow. Da gibt es eine wunderbare Textstelle. „Live my life alone in Resignation“

Euphorie
Irgendwann wird es wieder besser, ganz supertoll. Körper und Geist sind Eins mit sich und allem anderen. Lockerer, beschwingter Rhythmus: Eisenvater. Krätzmilbe.

Ausstieg
Bleibt die Phase der Euphorie aus, sieht der Läufling sich gar zum Ausstieg genötigt. Beck: I’m a loser Baby, so why don’t you kill me?

Fahrt nach Hause
Hot Chocolate: Heaven’s in the backseat of my Cadillac. Da wusste einer, wovon er singt. Was gibt es Schöneres, als sich nach einem anstrengenden Lauf
auf dem Rücksitz eines geräumigen, komfortablen Wagens chauffieren zu lassen?

Fehlt noch was?
Freilich! Es gibt da noch diese repekteinflößenden Läufe. Der erste Marathon. Marathon des Sables. 24 h in irgendwo. Durch Regen, Sonne, Wüste. Weit, lang, hart,
hoch. Rauf und runter. Da sitzt der Läufling dann vor dem Rechner, das Anmeldeformular fertig ausgefüllt, einen Mausklick von der Teilnahme, einen anderen vom „ich verschieb’s auf nächstes Jahr“ entfernt.
Hier bitte ein Stückl von Tomahawk: God Hates a Coward.

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