Maslow, ganz oben: WeatherWool

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WeatherWool. Die Alliteration im Namen bleibt sogar in der Übersetzung erhalten: Wetterwolle. Ich erinnere mich an den Englischlehrer, der bei jeder Alliteration in helle Verzückung geriet. Wir lasen Macbeth von Shakespeare, und womit beglückte uns der gute William? Fair is foul and foul is fair. Das passt zur Kleidung von Weatherwool, die den Anspruch hat, auch schlechtes Wetter gut sein zu lassen.

die Story
Angefangen hat die Geschichte von WeatherWool im Jahre 2002, als Ralph DiMeo sich entschloss, seinen Beruf im Technikbereich einer Investmentbank zugunsten von Weatherwool an den Nagel zu hängen. Der Weg dorthin schien vorgezeichnet, denn schon in den Jahren zuvor trat er als eifriger Kunde von Wollkleidung in Erscheinung – so eifrig, dass er in das Wiederverkäuferprogramm rutschte. Und wo er schon mal als solcher gelistet war, dachte er sich, könnte er auch etwas mehr als für den Eigenbedarf nötig kaufen…
Leider, so schien es ihm, trafen sämtliche Hersteller damals Entscheidungen, welche der Qualität ihrer Produkte abträglich waren. Also überlegten er und seine Partner, was sie besser machen könnten. Schließlich will man einen Kunden nicht mit dem unschönen Gedanken zurücklassen, anderswo hätte es Besseres gegeben.

So ganz ohne Fehler lernt es sich nur schwer, und so gelangte WeatherWool erst auf Umwegen in den New York City Garment District. Dabei trägt der Bekleidungsbezirk der Stadt seinen Namen, weil dort Leute am Werk sind, die wissen was sie tun. Im Business-Neusprech würde man wohl Knowledge Cluster, oder, fachlich weniger korrekt, Community of Practice dazu sagen.

die Macher
Hinter WeatherWool stehen Ralph, Debby und Alex DiMeo, dazu kommen Berater, deren Expertise in Sachen Wolle, Design und Herstellungsverfahren das Kernteam nutzt. Am Telefon hat Ralph mir erzählt, dass er seine Begeisterung für die Natur und das Leben draußen schon in der Kindheit erkannte: damals war er fasziniert davon, Obst direkt vom Baum zu pflücken (ich kenne sowas). Vollkommen verständnislos beobachtete er, dass er das einzige Kind in der Nachbarschaft war, das sich am Apfelbaum bediente.
Essen aus der Natur, sei es als Jäger oder Sammler, hat ihn seither begleitet, und so ist er am liebsten draußen unterwegs – einen besonderen Genuss bereitet es ihm, bei Dunkelheit loszuziehen, um den Anbruch eines neuen Tages zu erleben. Übrigens: wer mehr darüber lernen will, wie sich Nahrung aus der Natur gewinnen lässt, findet auf deiner Projektseite www.DiningWild.com Anregungen.

Doch zurück zur Kleidung: Was macht ihm in seinem selbstgewählten Job am meisten Spaß? Der Austausch mit Kunden – und anderen Menschen, die in irgendeiner Form draußen aktiv sind. Ja, auch Läufer!
Läufer, gerade wenn sie Ultratrails laufen, dürften auch in etwa das Nutzerprofil haben, welches WeatherWool im Sinn hat. Denn deren Qualitätsanspruch lautet im Prinzip: wir wollen, dass unsere Kunden ihre Kleidung draußen benutzen, nicht auf Dinge verzichten müssen, weil ihre Klamotten schlapp machen – und das bitteschön zehn, zwanzig Jahre lang.
Nichts für die Fußgängerzone, eher für Etappenläufe im Schneeregen.

die ProduktePonchos_Alex_Rebecca_by_Laura_2015-05-10
WeatherWool, das zeigt ein Besuch der Website, macht nicht direkt Laufkleidung. Aber, ich schaue bekanntlich gerne weit über den Tellerrand hinaus, es gibt richtig coole Sachen, die ich gerade für lange Trails sehr interessant finde.
Am besten zähle ich auf, was mir ins Auge sprang.
Poncho. Ich mag Ponchos, vor allem wenn sie so kuschelig-urig daherkommen. Während des Laufens im Winter hätte er etwas nostalgisches an sich, in der Pause, nach dem Lauf – oder abends beim Grillen schaut er einfach urig aus. Wenn’s nicht superleicht sein braucht, kann ich ihn mir auch gut im Gebirge vorstellen. UTMB mit Poncho? Warum nicht?

Hut1Wo ich schon danach frage: Zu Abwechslung ein Hut gefällig? Ich meine das ernst. Seitdem ich bei einem 24-Stunden-Lauf mit dem Träger eines Strohhutes gesprochen habe, der in jederzeit jeder Mütze vorzieht (luftiger ist er mit Sicherheit), kann ich mir gut vorstellen, dass ein Hut den Läufling gut behütet.

Als AnorakAl’s Anorak ist eine Schlupfjacke, die dem traditionellen Laufdress sehr nahe ist. Ich habe nicht nur ein Faible für Schlupfjacken, sondern auch für Wolle. Beides zusammen sollte richtig schnuckelig werden. Ich will euch, liebe Leser darüber informieren, dass ich an dieser Stelle befangen bin. Ich habe Ralph ein, zwei Ideen zu diesem Teil geschickt, die ihm so gut gefallen haben, dass sie sogar in einem Prototypen umgesetzt werden. Hey, natürlich bin ich eitel! Davon abgesehen: schaut euch einfach das Bild an und stellt euch vor, ihr könnt euch von der rotblaugelb-bunten Funktionsfaser-Uniform abheben.

WeatherWool gibt es im Moment übrigens direkt von dort.

die Vision
Wohin führt die Reise von WeatherWool? Wenn es nach Ralph geht, werden sie sich in ein paar Jahren international einen Ruf für die beste Outdoor-Wollkleidung erworben haben.
Was das Sortiment betrifft, dürfen wir uns auf Stricksachen freuen, derzeit experimentiert das Team…

Zum Schluss noch eine dreifache Alliteration: WeatherWool Website

Click here for weatherwool_en“>English version

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2 Responses to Maslow, ganz oben: WeatherWool

  1. ultraistgut says:

    Lieber Harald,

    wie sich das Material am Körper anfühlt,kann ich mir eher nicht vorstellen, auch nicht, einen Poncho beim Laufen/Trail zu tragen, schon gar nicht in diesen tristen Farben, wäre mir alles zu weit – so wie Zirkuszelt am Körper, ich mag es lieber hautnah und nicht flatternd.

    Bei dir allerdings könnte ich mir beides gut vorstellen, wenn ich dich auch nur virtuell kenne, weiter Poncho mit Hut, darunter das lockige, lange Haar, fehlen nur noch die zu hütenden Schäfchen !!

    Dennoch – wem es gefällt, wenn du zugreifst, mach’ dann mal ein Foto – geht auch ohne Schafe !! ;)

    Liebe Grüße von Frau Hinkebein ! :cool:

    • admin says:

      Die Farben ok, aber Ponchos finde ich klasse. Ich hatte beim UTMB einen Wanderponcho getragen, das war klasse. Hautnah ist für mich auch i.O., so lange es mich nicht komprimiert. :-)
      Poncho mit Hut ist natürlich eine coole Idee – sehe ich richtig, dass ich dann noch seltener zum Friseur gehen brauche / sollte?

      Liebe Grüße zurück, ich hoffe, das Bein hinkt nicht mehr lange :-)
      Harald