Ettlinger Halbmarathon 2019

Der Prophet, der im eigenen Lande bekanntermaßen eher unbekannt bleibt, heißt in meinem Fall Ettlinger Halbmarathon. Wohne ich doch seit nunmehr fast fünf Jahren hier, ohne ihn auch nur ein einziges Mal gelaufen zu sein. Da kam der Vorschlag eines Kollegen, die Farben unseres Brötchengebers würdig zu vertreten, gerade recht.
Alldieweil besagtes Unternehmen - Viamedici Software - ein cooler Laden ist, will ich es hier lobend hervorheben:
https://www.viamedici.de
Der Lauf selbst ist, wie der Name schon sagt, ein halber Marathon, der freundlicherweise mit einigen Höhenmetern garniert wurde. Laut Website sind es derer vierhundert, eine Zahl, der meine Beine gerne Glauben schenken. Außerdem liegt die Strecke weitgehend vor meiner Haustür, der einen oder anderen Streckenabschnitt kam mir vom Training her bekannt vor. Im Wesentlichen erwartet den gemeinen Läufling eine wunderschöne Runde im hügeligen Nordschwarzwald, hauptsächlich auf Schotterstraßen im Walde, wenn nicht gerade ein Dorf durchquert wird.
A propos: Eine der steileren Strecken führt einen sonnenbeschienenen Hügel hinauf (ich erinnere daran, dass die Veranstaltung im August stattfindet); oben gipfelt sie im wahrsten Sinne des Wortes an einem Friedhof. Ein Umstand, der mich fragen lässt, ob es sich dabei um Zufall handelt. Meines Wissens ging es jedoch bisher niemandem derart schlecht, dass er sich zur nachhaltigsten Form des DNF hätte hinreißen lassen.
Eine solche Enscheidung wäre meines Erachtens auch unklung, denn anschließend geht es fast nur noch bergab, und dies obendrein am Hang, der wunderschöne Blicke ins Rheintal erlaubt. Da wär's doch wirklich schade, den läuferischen Frieden am Friedhof gefunden zu haben.
Wo ich gerade beim Thema bin: Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, wann ich zuletzt einen Zwanziger gelaufen wäre, dementsprechend befand ich mich im Zustand läuferischen Friedens, war doch Testen und Standortbestimmung gefragt. Gefühlt schien mir eine Zeit zwischen 2:15 und 2:30 realistisch, länger hätte mich ebenso gewundert wie kürzer. Damit ich einigermaßen einschätzen konnte, wie es - also: ich - läuft, trug ich ausnahmsweise eine Uhr.
Selbstverständlich lief ich dann exakt nach Plan, was mir besonders leicht fiel, weil ich keinen hatte.
Auf die Beine achten, die erste Hälfte (bergauf) nach dem bewährten Prinzip wenn ich ohne Flugphase (gehend) schneller bin als mit Flugphase (laufend), gehe ich ging (oder lief?) einwandfrei, und bergab ließ ich es entspannt laufen, was ebenfalls sehr gut ging.
Schlussendlich war ich dann nach 2:14 Stunden im Ziel, die Beine überaus locker. Grundlagenausdauer ist offenbar mehr vorhanden, als ich erwartet hatte.
Herzlichen Dank für diese schöne Überraschung, liebe Beine.
Und ein Dank an die Kollegen, die im Ziel auf mich gewartet haben! 🙂

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