Buffalo Teclite Shirt

Buffalo Teclite Shirt 1Drei Schichten lautet das eherne Gesetz, will der aktive Mensch sich korrekt gekleidet in der Natur bewegen: während die Basisschicht Feuchtigkeit von der Hautoberfläche ableitet, dient eine weitere, darüber liegende, der Wärmedämmung. Über dieser wiederum schützt eine Hülle vor Wind und Regen.

So weit, so bekannt.

Buffalo Systems realisiert alle drei Schichten in einem. Das klingt nach vollmundigem Marketingblabla, ist es jedoch keineswegs. Weshalb nicht? Hierzu machen wir einen kurzen Ausflug in die Theorie.
Drei Schichten, bedeutet nicht notwendigerweise drei verschiedene Kleidungsstücke, sondern eben drei Schichten, von denen jede eine bestimmte Funktion erfüllt.
Buffalo Systems nutzt eine Kombination aus Faserpelz und Pertex. Ersterer ruht mit den feinen Spitzen auf der Haut, wodurch erstens Feuchtigkeit leicht verdunstet, um nach außen geleitet zu werden, weiterhin isoliert die Luftschicht zwischen den Fasern. Pertex wiederum, ein sehr leichtes Gewebe, schützt vor Wind und Wetter. Ganz wasserdicht ist Pertex übrigens nicht, lediglich wasserabweisend.
Deshalb dringt bei längerem Regen Wasser hindurch; es soll, so die Überlegung, gar nicht erst bis zur Haut vordringen, weil die Feuchtigkeit im Fell hängenbleibt, um dortselbst zu verdunsten. Das klappt bei leichtem Regen, sagt Buffalo.

Klingt interessant, oder?

Buffalo Teclite Shirt 3
Beschreibung
Das Teclite Shirt ist aus einem leichteren (sprich: nicht ganz so warm wie etwa das Mountain Shirt) Faserpelz gefertigt, der sich auch für intensivere Aktivitäten eignet. Die verstellbare Kapuze (ebenfalls aus Faserpelz / Pertex) ist außen am Stehkragen befestigt. Eine Känguruhtasche nimmt Landkarten auf, was Teilnehmer von Orientierungsläufen und Mountain Marathons freuen wird. Darunter befindet sich eine Tasche, die von beiden Seiten per Reißverschluss zugänglich ist und somit als Muff dient. Außerdem kann der Hüftgurt eines Rucksacks auch durch diese Tasche verlaufen. Lange Reißverschlüsse an den Seiten erleichtern das An- und Ausziehen und dienen der Belüftung. Mit dem Riemen im Inneren der Mufftasche lässt sich die Jacke enger an den Körper ziehen, außerdem befindet sich ein verstellbarer Zug im Jackensaum.

Material: Pertex® 4 Ripstop shell
Fast wicking Teclite micro-pile lining
Gewicht: 510g
Farbe: dunkelblau

Buffalo Teclite Shirt 4
Test
Erster Eindruck
Gefühlt fühlt sich der Außenstoff der Jacke – nein: des Shirts – dünn an. Durch dickes Dornendickicht würde ich damit nicht laufen wollen. Ansonsten: superflauschigweiches Innenleben, und eine Vielzahl an Reißverschlüssen. Die beiden großen an der Seite bleiben zum Anziehen tunlichst offen, und, ganz wichtig: erst in die Ärmel schlupfen, dann ist das restliche Überstülpen ein Kinderspiel. Mit passt die Jacke – nein: das Shirt – wie angegossen. Damit die Funktion gewahrt bleibt, müssen Kleidungsstücke dieses Typs recht knapp sitzen. Buffalo Systems liefert deshalb nicht in den grob gestuften Größen S,M,L usw., sondern nach einem System, welches sich am Brustumfang orientiert. Es lohnt sich, genau zu messen!
Die Kapuze passt perfekt, und die Ärmel lassen sich über die Ellenbogen nach oben schieben – Teil des Klimatisierungsprinzips: Belüftungsöffnungen auf und zu, statt Schichten an- und ablegen.

Bedingungen: zwischen -5 und +13°C; Schnee, Regen, Nebel, Sonne. Teils sehr kräftiger Wind
Drunter: T-Shirt, dünnes langärmliges Baselayer (Craft Active Extreme) – oder nichts.
Eigentlich habe ich die Jacke schon seit dem vorletzten Jahr. Und wer sich an den vergangenen Winter erinnert, kann sich gut vorstellen, warum ich erst jetzt über mein Teclite Shirt – nein, es ist keine Jacke – berichte: das Wetter war nicht schlecht genug. Knapp zehn Grad und Niesel war in etwa das Übelste, was Shirt und ich “erdulden” mussten; kaum geeignet, um die Grenzen des Shirts auszuloten.

Buffalo Teclite Shirt 5Zum Glück gestalteten sich Herbst und Winter dieses Mal anders, und ich kann schlichtweg sagen, dass das Shirt bei jedem Einsatz perfekt funktionierte.
Neugierig, wie ich auf das ungewöhnliche Ein-Kleidungsstück-Mehrschichtensystem war, habe ich mich beim ersten längeren Lauf über die Kombination aus Wind, Schnee und deutlich unter Null gefreut. Alle Reißverschlüsse dicht, ebenso den Schnurzug im Saum und den Hüftgurt fest, Kapuze aufgesetzt – und mir war mollig warm. Bei stürmischen Böen war ein wenig Belüftung zu spüren, aber nicht so, dass es unangenehm oder gar kalt geworden wäre. Mir ist das lieber als völlig winddichte Schichten, unter denen sich die Hitze staut.
Die dünne Basisschicht war, wie ich bei einem späteren Versuch feststellen konnte, unnötig gewesen. Wenn überhaupt etwas darunter, dann nur der Hygiene wegen.

Ist das Wetter etwas besser gelaunt, sagen wir: um oder knapp über Null Grad, schlägt die Stunde der Belüftungsöffnungen. Ärmel nach oben, Brustreißverschluss auf, ebenso die Mufftasche sind ein guter Anfang, doch die großen Öffnungen an den Seiten machen den Reiz dieses Typs Kleidung aus. Fein in der Länge justierbar (es sind schließlich Zweiwege-Reißverschlüsse) geht zwischen ganz dicht und nur unten geschlossen alles. Dreizehn Grad und Sonnenschein fallen natürlich nicht mehr unter den Begriff artgerechter Einsatz, aber es geht, und das sogar recht gut. Ich brauchte nicht einmal zum Äußersten greifen: Shirt im Poncho-Modus tragen, also die seitlichen Reißverschlüsse von unten her komplett öffnen.

Richtig cool finde ich die Möglichkeit, auf seitlichen Wind zu reagieren. Dort, von wo es pustet, bleibt der RV geschlossen, auf der anderen Seite entweicht die Hitze. Klasse!

Unterm Strich bleibt der Eindruck, dass ich über einen sehr großen Temperatur- und Wetterbereich immer ein angenehmes Körperklima beibehalten konnte. Wo mir normalerweise die Wahl bleibt, etwas zu warm oder ein wenig zu kühl angezogen zu sein, beziehungsweise eine Kleidungsschicht an- oder auszuziehen, hantierte ich fröhlich mit Reißverschlüssen herum. Sehr angenehm, wie ich finde, denn mir wird recht schnell warm beim Laufen.

Buffalo Teclite Shirt 2
Fazit
Interessanter Ansatz, der sehr gut funktioniert. Für lange Ultras (UTMB zum Beispiel), bei denen entweder mit Dauerregen zu rechnen ist, oder Regenkleidung zur Pflichtausrüstung zählt, genügt das Teclite alleine nicht. Da braucht’s dann entweder eine zusätzliche Regenjacke, oder eben doch die Kombination aus mehreren separaten Schichten.
Für alles drunter ist das Teclite eine echte Universalwaffe.

Müsste ich mich zwischen Oktober und März auf ein einziges Kleidungsstück festlegen, das hätte Teclite gute Chancen.

Mehr Info: Buffalo Systems

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6 Responses to Buffalo Teclite Shirt

  1. ultraistgut says:

    Öfter mal was Neues
    zumindest für mich

    was mich stören würde, dass man das Ding nur über den Kopf anziehen und unterwegs nicht öffnen kann, zumindest nicht ganz, aber dir steht es gut, endlich mal ein paar Fotos vom zukünftigen Pressewart oder so….

    Und den Reißverschluss an der Seite, wird er wirklich gebraucht ?

    Ach ja ….sogar Platz für Karten
    braucht man die heutzutage noch im Zeitalter von GPS ?

    • admin says:

      Mit der entsprechenden Technik geht das Anziehen sehr leicht (ich hab’s auch erst lernen müssen). Die seitlichen Reißverschlüsse sind wichtig, mit denen wird das Teil so richtig luftig. Das klappt besser als mit einer Jacke, die nur vorne einen RV hat.

      Wenn du solche Dinger wie den OMM läufst, brauchst du Karten (per Reglement funktioniert die Navigation mit Karte und Kompass). Aber auch sonst ist die Tasche praktisch: Taschentücher, Buff, Handschuhe, ein, zwei Riegel…. passt alles rein und schaukelt nicht mal.

      Schön wenn dir die Fotos gefallen. Gluckernder Bach, Morgensonne – und ein williger Fotograf dabei. :-)

      • Der-willige-Fotograf says:

        Und das nächste Mal zeige ich dir noch, wie man die Bilder bearbeitet, damit man noch mehr Details von der Jacke zur Geltung kommen ;-)

  2. Durch Dornendickicht möchte ich auch nicht laufen!
    Ansonsten: ich bin Pertex! Äh, perplex!